
Nach dem Abbruch der Gespräche zwischen den USA und Iran kündigte Trump selbst eine Blockade der Strasse von Hormus an. Das hat fatale Wirkungen.
Die Welt hatte aufgeatmet, als Verhandlungen zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran angekündigt worden waren.
Fast zweistellige Prozentwerte
Doch die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad scheiterten am Wochenende und US-Präsident Donald Trump will nun selbst die wenigen Schiffe, welche die Strasse von Hormus noch passieren konnten, blockieren.
Die Reaktion der Kapitalmärkte liess nicht lange auf sich warten. Der Erdölpreis der Nordsee-Sorte Brent schoss gegenüber Freitagabend um über 9 Prozent auf rund 104 Dollar je Barrel in die Höhe.
Eine ähnliche Aufwärtsbewegung konnte die Welt bei der US-Sorte WTI beobachten, die um 8 Prozent auf fast 105 Dollar je Barrel stieg.
Weltweiter Treibstoffmangel
Damit machen sich erneut weltweit Inflationssorgen breit.
Die Teuerung in den USA war im März bereits auf 3,3 Prozent gestiegen und hatte verdeutlicht, dass die Verteidigungsstrategie der Iraner aufgeht. Im Februar lag die US-Inflationsrate schliesslich noch bei 2,4 Prozent.
Hart trifft es Asien und Länder, wie Ägypten, die auf Erdöl- sowie Erdgaslieferungen aus der Golfregion stark angewiesen sind.
Mit der Blockade gingen weltweit die Treibstoffpreise in die Höhe beziehungsweise sorgten für Spritmangel, was auch andere Güterpreise teurer werden liess.
Doch für die jeweiligen Volkswirtschaften sind günstige Preise essenziell.
Vorsichtige Aussagen
Die US-Bank Goldman Sachs geht derzeit von drei Szenarien aus, wie sie vor den Verhandlungen um den Waffenstillstand bekanntgab.
Die Banker blieben zwar bei ihrer Erdölpreisprognose von 80 Dollar je Barrel zum Jahresende 2026.

Doch für den Fall einer Blockade der Strasse von Hormus könnten die Notierungen für das «schwarze Gold» durchaus auf 115 Dollar je Fass steigen, hiess es in einer Analyse.
Negativzinsen vermieden
Für die Schweiz hiess der US-israelische Angriffskrieg zunächst, dass die Schweizerische Nationalbank SNB die Einführung von Negativzinsen vermeiden konnte, weil die Gefahr von Deflation gebannt war.
Die Energiepreise können für Private ohnehin nur einmal pro Jahr angepasst werden, weshalb sich die Weltmarktpreise bei Erdöl, Erdgas & Co. nicht sofort in der Teuerung niederschlagen.
Langfristig könnte die Inflation in der Schweiz aber durchaus das angestrebte Intervall der SNB von 0 bis 2 Prozent verlassen und zu Zinsanhebungen durch die Nationalbank führen.
Inflation reagiert verzögert
Für die Welt gibt es keine andere Lösung, als die Verhandlungen zwischen den USA sowie Israel und Iran wieder aufzunehmen.
Nachdem Trump die eigene Blockade der Strasse von Hormus angekündigt hatte, warnte die Islamische Republik vor diesem Schritt.
Mit einiger Verzögerung werden sich die Auswirkungen in den Inflationszahlen vieler Länder zeigen.
13.04.2026/kut.





