Appenzellerinnen sind die Schweizer Auserwählten

Appenzell
Menschen im Appenzellerland leben vergleichsweise lange. (Bild: M. Imstepf / unsplash)

Die Lebenserwartung steigt in der Schweiz, aber weniger rasch als früher. Doch Männer sollten den Kanton Glarus meiden und Frauen in Appenzell leben.

Die Lebenserwartung bei der Geburt, berechnet auf Grundlage der Todesfälle zwischen 2018 und 2023, beträgt 81,6 Jahre für Schweizer Männer und 85,5 Jahre für Schweizer Frauen.

Niedrigste Zuwachsraten

Die Lebenserwartung von Männern im Alter von 65 Jahren betrage immer noch 19,8 Jahre und jene von Frauen im gleichen Alter 22,6 Jahre, teilte das Bundesamt für Statistik BFS zu den neuesten Entwicklungen am Dienstag mit.

Von 2010 bis 2020 sei die Lebenserwartung von Männern bei der Geburt um 1,5 und jene von Frauen um 1,0 Jahre gestiegen, hiess es weiter.

Diese Zuwächse seien allerdings die geringsten, die seit den ersten Schweizer Sterbetafeln von 1876/1880 innerhalb eines Jahrzehnts verzeichnet wurden, erklärten die Statistiker zudem.

Schub vor einhundert Jahren

Zwischen den Jahren 2000 und 2010 betrugen die Zuwächse noch 2,9 Jahre bei den Männern und 1,7 Jahre bei den Frauen.

Die stärksten Anstiege seien aber zwischen 1920 und 1930 verzeichnet worden, als die Lebenserwartung bei der Geburt bei den Männern um 4,8 Jahre und bei den Frauen um 5,6 Jahre zulegte.

Reichster Bewohner als Beispiel

Ausländer haben es dabei noch besser als Schweizer. Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die in der Schweiz wohnen, haben eine höhere Lebenserwartung als Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit.

Der reichste Bewohner der Schweiz, der unlängst starb, war mit dem Deutschen Klaus-Michael Kühne beispielsweise fast 90 Jahre alt, obwohl er nicht einmal hierzulande geboren war.

Um das Jahr 2020 betrug laut dem BFS die Lebenserwartung bei der Geburt für ausländische Männer fast 81,9 Jahre, also 0,3 Jahre mehr als für Schweizer Männer, bei denen sie bei etwas mehr als 81,5 Jahren lag.

Schweizer holen auf

Ebenso beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt ausländischer Frauen 85,9 Jahre, während sie bei Schweizer Frauen bei 85,4 Jahren lag, was einer Differenz von 0,5 Jahren entsprach.

Zehn Jahre zuvor waren die Unterschiede noch deutlich grösser. Die Schweizer holen dabei aber auf und die Differenz wird immer kleiner.

Nidwalden top

In den Kantonen gebe es signifikante Unterschiede in den Lebenslängen, erklärten die Statistiker, obwohl die Daten manchmal aufgrund der teils geringen Einwohnerzahl stark schwanken könnten.

Gemäss den Tabellen 2018/2023 schwanke die Lebenserwartung bei Geburt für Männer zwischen 80,5 Jahren im Kanton Glarus und 83,7 Jahren im Kanton Nidwalden.

Glarus sollte das männliche Geschlecht also meiden.

Lebenserwartung bei Geburt nach Kantonen laut BFS

Für Frauen schwankten die kantonalen Werte zwischen 84,9 Jahren im Kanton Solothurn bis 87,2 Jahren im Kanton Appenzell Innerrhoden. Die Appenzellerinnen sind also die Ausgewählten Schweizerinnen.

Im Alter von 65 Jahren beträgt bei Männern die verbleibende Lebenserwartung in Glarus zwar noch 18,6 Jahre. Doch im Kanton Zug lag der Wert 20,6 Jahren.

Für Frauen lag sie in Glarus bei 22,0 Jahren, während sie im Tessin bei 23,3 Jahren lag.

Weiter Fortschritte schwierig

Das Fazit der Statistiker ist, dass sich die Lebenserwartung in der Schweiz trotz der Coronavirus-Pandemie, die in den Beobachtungszeitraum gefallen ist, weiter erhöht hat.

Allerdings verdeutliche die Verlangsamung der Fortschritte klare Schwierigkeiten, bei den heutzutage in der Schweiz beobachteten Haupttodesursachen wesentliche Fortschritte zu erzielen.

Und dies gilt, egal, in welchem Kanton die Menschen leben.

13.10.2026/kut.

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