Basel-Stadt bremst engagierte Firmen aus

Ein neueröffnetes Avec-Geschäft auf der Passerelle des Bahnhofs SBB in Basel
Die Passerelle am Bahnhof Basel SBB schmückt eine neue Avec-Filiale. (Bild: muula.ch)

Die Wirtschaft könnte im Kanton und in der Stadt am Rheinknie boomen. Doch die Behörden lassen sich viel Zeit und belasten damit Unternehmen.

«Coming soon» muss in Basel nicht unbedingt «kommt bald» heissen.

Aldi Schweiz mit Strategieschwenk

Monatelang prangerte an der Passerelle des SBB-Bahnhofs nämlich ein Schild mit einer solchen Aufschrift an einem Ladengeschäft, ohne dass etwas passierte.

Doch diese Woche öffnete dann endlich ein Avec-Geschäft, also einer Marke, die auf ein Jointventure der Migros, den Schweizerischen Bundesbahnen SBB und dem Detailhändler Valora zurückgeht.

Avec-Baustelle am Bahnhof SBB in Basel
Monatelang prangerte «Coming soon» an der Avec-Baustelle. (Bild: muula.ch)

Avec konzentriert sich auf Hochfrequenzstandorten, wie Bahnhöfen und Tankstellen, mit einem Convenience-Angebot von früh bis spät.

In der Schweiz gibt es hunderte Standorte und nun auch eine Filiale auf der Passerelle am Bahnhof SBB, wo es früher einen Coop Pronto gab und eigentlich ein Geschäft von Aldi Schweiz öffnen sollte.

Die Deutschen zogen sich dann allerdings überraschend aus dem Vermietungsvertrag zurück, ohne dass es verständliche Gründe dafür gab.

Kaffeemaschinen als Problem

Doch warum liess Avec monatelang mit einem «Coming soon»-Schild auf die Filialeröffnung warten?

Der «Basler Zeitung» erklärte der Muttenzer Handels- und Kiosk-Konzern Valora, dass die monatelangen Verzögerungen auf behördliche Auflagen zurückzuführen wären.

Recherchen von muula.ch ergaben, dass die sechs Standard-Kaffeemaschinen und ein paar kleinere Umbaumassnahmen über Monate einfach keine Bewilligung der Basler Behörden erhalten hätten.

Kaffeemaschinen im neuen Avec am Bahnhof SBB
Mysteriöse Kaffeemaschinen im Avec am SBB Bahnhof. (Bild: muula.ch)

Solche Verzögerungen kosten die Firmen aber unendlich viel Geld, weil sie an solchen Hochfrequenzstandorten tagtäglich reichlich Umsatz verlieren.

Überall weitere Betroffene

Davon können auch der Detailhändler Denner oder ein neues Sofa-Geschäft in der Falknerstrasse ein Lied singen.

Recherchen von muula.ch ergaben auch hier, dass die Modernisierung zahlreicher Denner-Filialen in Basel beziehungsweise die Umnutzung eines Fitnessstudios in der Innenstadt für die Sofa Company viele Monate auf behördliche Bewilligungen habe warten müssen.

Nullzinspolitik befeuert Bauboom

In der Zwischenzeit fallen für die Unternehmen aber nicht nur Kosten für Ladenmieten, Provisorien, Personalkosten, Telekommunikationskosten & Co. an, sondern auch monatelang gehen Umsätze flöten.

Den Beamten in der Stadt am Rheinknie ist das wohl ziemlich egal.

Sie haben zwar mit der Nullzinspolitik und dem damit einhergehenden Bauboom sicher alle Hände voll zu tun.

Doch Hauptsache, die Staatsdiener bekommen ihre Löhne, von den Steuern, welche die Bürger und eben auch viele engagierte Firmen zahlen.

01.11.2026/kut.

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