Schweizer KMU als Phänomen

Ein Blick in eine Strasse in Solthurn mit schönen Geschäften, Cafés und Handwerksbetrieben
Solothurn hat viele kleine Betriebe und Läden. (Bild: S. Jutzeler / pixabay)

Die Volkswirtschaft der Schweiz ist von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Doch die Beschäftigung und der Handel prosperieren andernorts.

In der Schweiz gibt es laut den neuesten Daten des Bundesamtes für Statistik BFS rund 630.000 marktwirtschaftliche Unternehmen mit rund 4,84 Millionen Beschäftigten.

Fast alles eigenständige Betriebe

Doch 99,7 Prozent der Firmen hätten weniger als 250 Beschäftigte und gelten somit als KMU.

Auf diese entfielen mit 65,9 Prozent knapp zwei Drittel der Beschäftigten, was immerhin 3,2 Millionen Personen ausmache.

Die Schweizer Unternehmenslandschaft sei zu 94,6 Prozent von eigenständigen KMU geprägt, teilten die Statistiker zudem diese Woche mit.

Nur rund jedes zwanzigste KMU gehöre zu einer Unternehmensgruppe, hiess es weiter.

Die Grossen vom Rheinknie

Regional gibt es bei den Firmen gewaltige Unterschiede.

In Appenzell-Innerrhoden dominierten Mikrounternehmen, zeigte das BFS an einer Grafik.

Basel-Stadt kam dagegen auf über 50 Prozent an Grossunternehmen. Roche, Novartis, Sandoz & Co. lassen da grüssen.

Grossunternehmen überflügeln die kleinen und mittelgrossen Firmen aber letztlich doch.

Zwischen 2011 und 2024 habe die Beschäftigung in den KMU um durchschnittlich 0,8 Prozent pro Jahr zugenommen, erklärten die Statistiker.

In den Grossunternehmen sei der Wert dagegen um 1,6 Prozent pro Jahr gestiegen. Das Wachstum der Arbeitsplätze lag also doppelt so hoch.

Multinationale Konzerne gedeihen

Dies zeigt sich noch an einem anderen Wert.

Bei KMU, die zu einer rein inländischen Unternehmensgruppe gehören, sei die Beschäftigung im Jahr 2024 mit +4 Prozent stabil gewesen.

Doch bei KMU, die Teil einer multinationalen Schweizer Unternehmensgruppe sind, habe das Wachstum mit +34 Prozent deutlich zugenommen.

Handel dominieren die Grossen

Obwohl die Schweizer Unternehmenslandschaft fast vollständig von KMU geprägt ist, dominieren Grosskonzerne neben der Beschäftigung noch bei einem anderen Aspekt.

Mit zwei Dritteln des Handelsvolumens dominierten Grossunternehmen den Güteraussenhandel, fanden die BFS-Experten heraus.

Beim übrigen, von KMU generierten Drittel stammten mehr als 8 von 10 Franken von den einer Gruppe zugehörigen KMU.

Arbeit für viele Menschen

Eigenständige KMU spielten mit 5,8 Prozent des Handelsvolumens nur eine geringe Rolle, obwohl auf sie mit 49,7 Prozent nahezu die Hälfte der Beschäftigten hierzulande entfällt.

Mit anderen Worten: Die kleinen und mittleren Betriebe sind für die Schweiz extrem wichtig, weil sie viele Menschen in Arbeit bringen.

06.11.2026/kut.

Schweizer KMU als Phänomen

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