Notabschaltung des Kernkraftwerks Gösgen

Kernkraftwerk Gösgen
Im Atomkraftwerk Gösgen gab es einen Störfall. (Bild: PD)

Im Atomkraftwerk Gösgen wurde die Reaktorschnellabschaltung ausgelöst und der Betreiber beteuert, es sei unter Kontrolle. Doch es fehlen Erklärungen.

Am Dienstagmorgen hat sich ein Störfall im Kernkraftwerk Gösgen ereignet.

Gegen 6:40 Uhr sei die automatische Reaktorschnellabschaltung aktiviert worden, teilte der Betreiber gleichentags mehrere Stunden später mit.

Keine zusätzliche Radioaktivität

Ursache sei eine Unterspannung an den Steuerstabschienen gewesen, hiess es weiter von der Firma, die von den Energiekonzernen Alpiq, Axpo, CKW und ewb sowie der Stadt Zürich getragen wird.

Mit der automatischen Abschaltung hätten sämtliche sicherheitsrelevanten Systeme wie vorgesehen reagiert, machten die Verantwortlichen aber klar.

Doch warum es zu einer Unterspannung kam, bleibt ein Geheimnis.

Es habe keine zusätzliche Abgabe von Radioaktivität gegeben, hiess es zumindest, ohne aber in der knappen Mitteilung zu sagen, welche Menge an Strahlenmaterial dennoch freigesetzt wurde.

Ensi muss Freigabe erteilen

Die Anlage sei nun abgeschaltet und befinde sich in einem sicheren Zustand.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) sei über den Störfall umgehend informiert worden. Die Öffentlichkeit musste aber Stunden auf Informationen waren.

Die Reaktoranlage werde allerdings erst nach Freigabe durch das Ensi wieder angefahren, beteuerten die Betreiber des Kernkraftwerks.

Zusammenhang zur Revision?

Nach 28 Tagen Produktionsunterbruch für Unterhaltsarbeiten war das Kernkraftwerk Gösgen erst am 27. Juni wieder ans Netz gegangen. Die Jahresrevision 2026 hatte am 30. Mai begonnen.

In dieser Zeit waren umfangreiche wiederkehrende Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, bau-, elektro- und leittechnischen Systemen und Komponenten durchgeführt worden.

Ob dies im Zusammenhang mit der Unterspannung steht, muss nun wohl erst noch herausgefunden werden. Unklare Communiqués bringen bei dem sensiblen Thema Atomenergie jedenfalls nicht viel.

20.10.2026/kut.

Notabschaltung des Kernkraftwerks Gösgen

One thought on “Notabschaltung des Kernkraftwerks Gösgen”

  • Oktober 20, 2026 at 1:43 p.m.
    Permalink

    Ich arbeite in direkter Nachbarschaft zum Atomkraftwerk Gösgen.
    Ich hätte sehr gern gewusst, welche Menge an Strahlenmaterial dennoch freigesetzt wurde.
    Warum wird nicht offen und vollumfänglich informiert?
    Welche Geheimnisse dürfen wir nicht wissen?

    Reply

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