Schweiz gefährdet ihre Finanzstabilität selbst

Ein Blick über Basel mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIS im Vordergrund
Der braune Turm der BIS ist Teil der Skyline in Basel. (Bild: muula.ch)

Das Financial Stability Board in Basel warnt vor Risiken im Weltfinanzsystem. Dabei zeigt das FSB die Schwächen der Schweiz bei einer Finanzkrise.

Drei Dinge sind nötig, um eine systemrelevante Grossbank verschwinden zu lassen.

Erstens braucht es einen «Run» auf das entsprechende Geldhaus und zweitens darf es keine ausreichenden Liquiditätshilfen geben.

Unsicherheit erhöhen

Um am Ende aber auch «erfolgreich» zu sein, sind, drittens, die USA nötig. Ohne die Amerikaner funktioniert im Weltfinanzsystem nämlich schon mal gar nichts.

All diese Bedingungen waren beim Untergang der Credit Suisse (CS) erfüllt.

Die US-Börsenaufsicht SEC sorgte vor der Publikation des Jahresabschlusses im März 2023 für maximale Unsicherheit an den Finanzmärkten, indem sie die CS mit wirren Fragen zu ihren Jahresrechnungen konfrontierte.

Notfusion erzwungen

Dann half die Schweizerische Nationalbank SNB nur zögerlich mit Liquidität, indem sie viele Assets gar nicht erst als Sicherheiten akzeptierte und Geldhilfen auf die hinterlegten Vermögensgegenstände nur mit hohen Abschlägen gewährte.

Die Amerikaner forderten dann von der CS umgehend die gewährte Liquidität an, sodass der Druck auf das Management der Krisenbank immer mehr stieg.

Dann kam das Notrecht und die Schweiz erzwang die Fusion der CS mit der Grossbank UBS, wie muula.ch berichtete.

Wäre eine der drei Bedingungen nicht erfüllt gewesen, wäre die Credit Suisse heute noch da.

Steuerzahler zur Kasse bitten

Doch was hat die Schweiz seither verbessert?

Nichts, wie der aktuelle Report des Financial Stability Board FSB verdeutlicht.

Das internationale Gremium mit Sitz bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIS in Basel ist für die Überwachung des globalen Finanzsystems zuständig.

Am Freitag monierten die Basler Finanzexperten, dass die Schweiz immer noch keine ausreichenden Liquiditätshilfen für ihre Banken geschaffen hat, und es bei Finanzkrisen weiterhin Notrecht beziehungsweise das Einstehen der Steuerzahler braucht.

FSB-Einschätzung zu Liquiditätshilfen bei Bankenkrisen
Kein einziges grünes Licht bei der Schweiz. (Screenshot: muula.ch)

Anderen Ländern, wie den USA, Japan oder Grossbritannien, ja selbst Hongkong, stellte das FSB dagegen ein hervorragendes Zeugnis bezüglich Liquiditätshilfen für Banken um den sogenannten Public Liquidity Backstop (PLB) aus.

Selbst Südafrika, Mexiko, Singapur beziehungsweise Südkorea sind auf einzelne Szenarien von Finanzkrisen besser vorbereitet als die Schweiz.

«Materially Non-Compliant» (MNC) lautet das Urteil des FSB für den Schweizer Finanzplatz, wo das Thema im Parlament versandet ist.

SNB mit geschöntem Bild

Eine ehrliche Einschätzung zur Finanzstabilität der Schweiz gibt es ohnehin nicht.

Ein entsprechender Bericht der Schweizerischen Nationalbank SNB zeigt kein wahres Bild, weil die Analyse selbst die Finanzstabilität nicht gefährden darf, wie es die Schweizer Zentralbank selbst stets erklärt.

Fehlende Schutzmechanismen

Würde also jemand die letzte verbliebene Schweizer Grossbank UBS zum Verschwinden bringen wollen, bräuchte es aktuell wieder nur drei «Zutaten»:

Einen Bankrun und zögerliche Liquiditätshilfen – beides unterstützt von den USA.

Die Schweiz hat da seit dem Kollaps der CS keine neuen Schutzmechanismen aufgebaut, wie das FSB in Basel eindrücklich zur Finanzstabilität des Landes warnt.

11.10.2026/kut.

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