
Die Firmen leiden bei der Beschaffung ihrer Güter unter Preisaufschlägen. Konsumenten können auch nicht mehr auf hohe «Black Friday»-Aktionen hoffen.
Die Schweizer Verbraucher müssen sich immer mehr mit dem Gedanken anfreunden, dass Inflation wieder ein Thema für sie beim Einkaufen wird.
Inflation bei Mineralöl
Denn während die Preise in den Supermärkten von Coop, Migros, Aldi, Lidl, Denner & Co. Stück-für-Stück anziehen, spüren auch die Unternehmen selbst die Teuerung.
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise erhöhte sich im August gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Montag zur Entwicklung der Erzeugerpreise mit.
Insbesondere steigende Preise bei Mineralölprodukten, chemischen Gütern sowie Erdöl und Erdgas hätten die Teuerung angetrieben, hiess es weiter.
Damit wirkt sich also der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran auch immer mehr in der Schweiz aus.
Teurere Einfuhren belasten
Höhere Preise gegenüber dem Juli seien aber besonders im Importpreisindex für Mineralölprodukte, organische Produkte der chemischen Industrie sowie Erdöl und Erdgas registriert worden.

Preisanstiege zeigten sich auch bei Kunststoffen, Gemüse, Melonen und Kartoffeln, Gummi- und Kunststoffprodukten, anorganischen Produkte der chemischen Industrie, Papier und Rohkaffee, gaben die Statistiker bekannt.
Das heisst, überall, wo diese Güter einfliessen, sinkt der Spielraum der Firmen, künftig die Preise für die Endverbraucher reduzieren zu können. Die Hoffnung auf exorbitante «Black Friday»-Rabattschlachten verschwindet sozusagen.
Schwacher Franken wirkt
Gegenüber dem August 2025 lag der Gesamtindex der Erzeugerpreise aber noch 0,7 Prozent tiefer.
Es zeigt sich also klar, dass der Iran-Krieg seit Februar beziehungsweise März 2026 deutlich negative Auswirkungen auf die Schweiz verursacht.
Doch noch ein Effekt kommt hinzu und das ist der schwächere Schweizerfranken.
Einkaufskraft sinkt
Die Zinsen sind durch die Schweizerische Nationalbank SNB hierzulande weiterhin bei null Prozent. Doch im Ausland gibt es für Investoren im Euro-Raum rund 2,5 Prozent und im Dollar-Raum sogar über 5,0 Prozent.
Diese Zinsdifferenz führt zu einem schwächeren Franken, weshalb Einkäufe im Ausland auch nicht mehr die gleiche Einkaufskraft haben.

Daher zieht die Teuerung bei den Importen spürbar an. Nach der Coronavirus-Pandemie war in der Schweiz der entgegengesetzte Effekt zu beobachten gewesen. Mit einem starken Schweizerfranken hielt die SNB die Teuerung aus dem Ausland fern.
Die Schweiz muss sich da insbesondere bei den Energiepreisen warm anziehen, denn da ist der Effekt am grössten.
Wer dies verstanden hat, weiss, warum die Schweiz dringend ihre Versorgungssicherheit beim Strom in die eigene Hand nehmen muss.
14.09.2026/kut.



