
Der Richemont-Konzern steht und fällt mit dem Milliardär Johann Rupert. Doch plötzlich soll sein Sohn Anton die wichtigsten Aufgaben übernehmen.
Die Gerüchteküche brodelte umgehend, als der Genfer Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont am heutigen Mittwochmorgen mit einer wichtigen Information aufwartete.
Leitung mit erfahrenem Manager
Anton Rupert werde mit sofortiger Wirkung zum Co-Vizepräsidenten des Verwaltungsrates ernannt, hiess es überraschend am selben Tag der Generalversammlung.
Der 39-Jährige werde das Amt gemeinsam mit Bram Schot ausüben, erklärte Richemont weiter.
Der Luxusgüterkonzern um Marken, wie Cartier, Van Cleef & Arpels, IWC, Jaeger LeCoultre & Co., stellte dem seit 2024 amtierenden Vizepräsidenten des Verwaltungsrats damit also noch den Sohn des Firmenpatrons Johann Rupert zur Seite.
Bisher unbeschriebenes Blatt
Der ist bereits seit 2017 Mitglied in dem Aufsichtsgremium.
An den Präsentationen der Semester- und Jahresresultate trat Anton Rupert allenfalls am Rande und unbeholfen in Erscheinung.
Sein 76-jähriger Vater und Verwaltungsratspräsident dominiert seit jeher das Bild von Richemont nach Aussen.
Johann Rupert hat aber drei Kinder und wohnt eigentlich in Südafrika, wo er herstammt.

Mit dem überraschenden Schritt schossen umgehend Gerüchte in die Höhe:
Möglicherweise sei Vater Johann schwer erkrankt und versuche noch rasch, die Nachfolge in dem Konzern klarer zu regeln, an dem die Rupert-Milliardärsfamilie 10 Prozent des Kapitals und 51 Prozent der Stimmen kontrolliert.
Langfristigkeit im Fokus
Die Ernennung von Anton sei ein wichtiger Schritt im Rahmen der langfristigen Nachfolgeplanung im Verwaltungsrat, hiess es offiziell.
Eine Stärke von Richemont sei die Ausrichtung auf Langfristigkeit, Kreativität und Handwerkskunst, erklärte Johann Rupert weiter im Communiqué.
Anton solle sich im Aufsichtsgremium um strategische Themen kümmern und produktbezogene Prioritäten der Marken festlegen. Das sind sicher die wichtigsten Aufgaben des Luxusgüterkonzerns, bei dem das Uhrensegment klar strauchelt.
Investoren nehmen Reissaus
Die Generalversammlung verlief dann in Genf ohne Überraschungen und die Aktionäre segneten alle Traktanden ab, wie das Unternehmen später am Mittwoch mitteilte.
An der Börse kamen die Informationen um die Personalwechsel an der Spitze allerdings gar nicht gut an.
Die Richemont-Papiere gaben umgehend um rund 5 Prozent nach. Finanzanalytiker zeigten sich zudem über den Schritt skeptisch.
Das verdeutlicht, dass Johann Rupert wohl so rasch niemand ersetzen kann.
09.09.2026/kut.



