
Der Swisscom-Konzern will dem Wettbewerb in Italien ein Schnippchen schlagen. Nun machen Salt und Sunrise das Gleiche in der Schweiz.
Der staatliche Swisscom-Konzern will nach dem schuldenfinanzierten Milliardenkauf von Vodafone Italien in dem Nachbarland mit der Konkurrenz kooperieren.
Kooperation gegen Marktführer
Dieses Kartell ist derzeit noch in der Schwebe, weil die italienischen Wettbewerbshüter dem Vorgehen noch zustimmen müssen.
Doch die Idee, den Konkurrenzkampf auszuhebeln, finden auch die Swisscom-Wettbewerber in der Schweiz, Salt und Sunrise, interessant, weshalb sie sich gegen Swisscom zusammenschliessen.
Bessere Netzabdeckung
Salt und Sunrise unterzeichneten eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding), um eine Erweiterung ihrer bestehenden Zusammenarbeit beim Mobilfunknetz in ländlichen und weniger dicht besiedelten Gebieten zu prüfen, teilten die beiden Telekomkonzerne am heutigen Montag mit.
Ziel sei es, die mobile Konnektivität weiter zu verbessern und der Bevölkerung eine noch umfassendere Netzabdeckung, besseren Empfang sowie zuverlässigere Verbindungen zu bieten, hiess es weiter.
Kostensparen bei Investitionen
Bekanntlich haben Salt und Sunrise in weniger urbanen Regionen der Schweiz keine gute Netzabdeckung.
Da ist der Platzhirsch Swisscom im Vorteil.
Eine Zusammenarbeit bei der Netzinfrastruktur könnte eine effizientere Nutzung des bestehenden Netzes sowie gezieltere Investitionen in den künftigen Netzausbau ermöglichen, erklärten Salt und Sunrise zu der Vorgehensweise.
Weitere Abklärungen nötig
Der Abschluss verbindlicher Vereinbarungen sowie eine mögliche Umsetzung der Kooperation hingen aber von den Ergebnissen dieser Evaluationsphase ab, wo auch regulatorische Aspekte eine Rolle spielen.
Mit anderen Worten: Die Kartellwächter hätten auch noch ein gehöriges Wörtchen mitzureden.
Sollte die Zusammenarbeit gegen das Gesetz verstossen, drohen den Beteiligten drakonische Strafen – bis zu 10 Prozent der Umsätze der vergangenen drei Jahre.
Behörden müssen prüfen
Salt und Sunrise blieben vollständig unabhängige Wettbewerber, beteuern die Firmen.
Doch das muss die Wettbewerbskommission Weko nun erst einmal genau prüfen. In Italien will Swisscom unter der Führung von CEO Christoph Aeschlimann nach der schuldenfinanzierten Milliardenübernahme auch den Konkurrenzkampf aushebeln.
Ob dies langfristig für die Konsumenten gut ist, muss sich auch in Italien erst noch erweisen.
24.08.2026/kut.



