Schiefe Verteilung von Reichtum

Eine Waage mit Kugeln unterschiedlicher Grössen und Farben
Die Waage des Reichtums schlägt oft nur in eine Richtung aus. (Bild: M. Bloomfield / unsplash)

Die Vermögen der Welt besitzen oft nur wenige. In der Schweiz ist es nicht ganz so schlimm, doch es bewegt sich in Jahrzehnten auch nur sehr wenig.

Wie lässt sich die Verteilung von Vermögen auf der Welt messen?

Dafür gibt es eine einfache Kennzahl und diese heisst Gini-Koeffizient.

Herrschern gehört fast alles

Das Mass liegt zwischen 0 und 1.

Besitzt ein Mensch in einer Region alles, liegt die Kennzahl bei 1. Haben alle gleich viel, zeigt sie einen Wert von 0 an.

Die aktuelle Verteilung machte die Grossbank UBS in ihrem aktuellen Global Wealth Report unlängst publik und sorgte vielerorts für Gesprächsstoff.

An erster Stelle standen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 0,82, wo einer kleinen Gruppe um die emiratischen Herrscher quasi der gesamte Reichtum gehört.

In Russland ist die Situation laut der UBS ähnlich auf eine kleine Elite geballt.

Slowakei glänzt

Auch in Südafrika, Brasilien und im Königreich Saudiarabien sowie in den Vereinigten Staaten sind die Vermögen stark konzentriert.

Am anderen Ende der Skala liegt die Slowakei. Das osteuropäische Land kam auf einen Wert von 0,38 und zeigt, dass Reichtum immer irgendwie konzentriert ist.

In Belgien, Katar, Australien und Japan verteilt sich der Reichtum ungefähr auf die Hälfte der Bevölkerung.

Gini-Koeffizient laut UBS

Die Schweiz liegt mit 0,68 im oberen Bereich des Gini-Koeffizienten, was immer noch eine deutliche Konzentration der Vermögen auf eine kleine Gruppe der Bevölkerung bedeutet.

Konzentrationsprozess im Gange

Die UBS verglich unlängst aber auch Veränderungen der Kennzahl mit dem Jahr 2008.

Die Schweiz lag damals bei einem Wert von 0,70, was zeigt, dass sich in fast 2 Jahrzehnten kaum etwas geändert hat.

Doch in Südafrika und Brasilien stieg die Konzentration im gleichen Zeitraum um fast 20 Prozent.

Vergleich der Gini-Koeffizienten laut UBS
Vergleich der Konzentration von Vermögen (Screenshot: muula.ch)

Auch in Indien, Singapur und Indonesien sowie selbst in Spanien nahm die breite Vermögensverteilung deutlich ab.

Innerhalb von 20 Jahren wanderte der Reichtum also zu weniger Menschen.

Bildung hilft zu mehr Vermögen

Positiv waren damals neben den Mini-Bewegungen in der Schweiz auch einige Golfstaaten aufgefallen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Königreich Saudiarabien war die Konzentration des Vermögens um 12 beziehungsweise 13 Prozent zurückgegangen.

Auch in Israel und in Belgien funktionierte dieser Prozess, der laut Experten nur über Bildung zu bewerkstelligen ist.

Reiche reicher oder arme Ärmer?

Zwar lässt die Veränderung des Gini-Koeffizienten keine Schlüsse zu, ob die Reichen reicher oder die Armen ärmer geworden sind.

Doch die Veränderung gibt Anlass, den Wanderungsbewegungen beziehungsweise Nicht-Wanderungsbewegungen des Reichtums um Immobilien- und Firmenbesitz, Gold & Co. auf den Grund zu gehen.

12.08.2026/kut.

Schiefe Verteilung von Reichtum

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