BLKB muss Reserven für Bankrisiken aufstocken

Logo der BLKB an einer Filiale
Die BLKB agiert im Acounting weiter merkwürdig. (Bild: PD)

Die Basellandschaftliche Kantonalbank wirtschaftete im ersten Halbjahr solide. Doch die Buchhaltung gibt unter neuer Führung wieder Rätsel auf.

Der einstige Finanzchef der Basellandschaftlichen Kantonalbank BLKB gab auf die Frage von muula.ch, wie denn die Auflösung der Rückstellungen von exakt 50 Millionen Franken zustande gekommen sei, eine merkwürdige Antwort.

Finanzchef musste gehen

Die Staatsbank habe die Ausschüttung konstanthalten wollen und dann rückwärts gerechnet, wie viel Auflösung es bei den Rücklagen für allgemeine Bankrisiken bräuchte, hatte der CFO im Baselbiet offiziell erklärt.

Eine solche Vorgehensweise ist im Accounting jedoch mehr als merkwürdig. Normalerweise werden die Risiken geschätzt und dann die entsprechenden Reserven gebildet.

Gewiss haben Firmen etwas Spielräume. Doch ein Wunschkonzert ist es nicht.

Logisch, musste der BLKB-Finanzchef seinen Hut nehmen.

Glatte Zahlen fallen auf

Doch unter der Leitung der neuen Konzernchefin, Alexandra Scriba, scheint sich die offensichtlich willkürliche Rückstellungspraxis fortzusetzen.

Die BLKB stockte im ersten Halbjahr ihre Reserven für allgemeine Bankrisiken um just 20 Millionen Franken auf, wie aus den Semesterresultaten am heutigen Mittwoch hervorgeht.

Semesterresultate der BLKB
Die BLKB bildet neue Millionenrückstellungen. (Screenshot: muula.ch)

Im Vorjahreszeitraum waren die bekannten 50 Millionen Franken aufgelöst worden.

Mit der neuen Aufstockung der Rücklagen (Minuszeichen in der Tabelle) ging der neue Semestergewinn aber nicht durch die Decke, sondern erhöhte sich auf Konzernebene nur um 5 Prozent auf rund 96 Millionen Franken.

Erträge sprudeln

Die neue CEO erarbeitet derzeit eine neue Strategie für das Geldhaus, welches durch fehlgeschlagene Investitionen in der Onlinebank Radicant in Bredouille kam.

Dabei hatten sich auch schräge Bilanzierungsmethoden ausgewirkt, wie muula.ch berichtete.

Abgesehen von der merkwürdigen Reservierungspraxis, läuft es bei der BLKB im eigentlichen Bankgeschäft solide.

Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft erhöhte sich im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf 177 Millionen Franken.

Die Gebühreneinnahmen legten um 5 Prozent auf 50 Millionen Franken zu. Nur im Eigenhandel ging es um 3 Prozent auf 15 Millionen Franken nach unten.

Bessere Kosten-Ertrags-Basis

Der Geschäftsaufwand legte dagegen lediglich um 1 Prozent auf 136 Millionen Franken zu.

Aus diesen Zahlen zeigt sich schon, dass da eigentlich eine gute Portion an Gewinn übrigbleibt.

Operativ erhöhte sich das Resultat um 137 Prozent auf 118 Millionen Franken, weil die Mega-Abschreibung auf das Radicant-Abenteuer im ersten Semester 2026 keine Rolle mehr spielte.

Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich von guten 56,0 auf noch bessere 54,4 Prozent, wie das Geldhaus im Communiqué hervorhob.

Hauptproblem bleibt ungelöst

Für das zweite Halbjahr zeigte sich die BLKB optimistisch, einen ähnlichen Geschäftsgang wie im Vorjahr erzielen zu können – ohne Einmaleffekte, versteht sich.

Doch die Buchhaltungspraxis mit willkürlich anmutenden Rückstellungsbewegungen dürfte wohl kaum fortzusetzen sein.

Diese hatte dem einstigen Finanzchef sowie weiteren Topmanagern bezüglich Radicant bei der Baselbieter Staatsbank schon den Kopf gekostet.

12.08.2026/kut.

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