
Die Zahl der Arbeitslosen legt in der Schweiz weiter zu. Im Kanton Zürich treibt aber beispielsweise das Fehlen einer Vision die (Unter)-Beschäftigung.
Die Schweiz hat zwar eigentlich kein Problem mit Arbeitslosigkeit.
Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV könnten die paar «Kunden» wahrscheinlich persönlich bedienen.
Anstieg keine Kleinigkeit mehr
In einer so grossen Volkswirtschaft, wie jener der Schweiz, sucht nämlich immer irgendjemand einen Job oder wechselt gerade die Stelle.
Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Juli gegenüber dem Vormonat aber um +1,1 Prozent auf bereits 139.276, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Donnerstag zu den neuesten Zahlen bekanntgab.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit damit allerdings um 7,8 Prozent beziehungsweise um 10.122 Personen, was nicht mehr nur eine Kleinigkeit darstellt.
Arbeitslose passen nicht
Zwar stieg auch die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf über 45.000.
Die Frage dabei ist jedoch, ob diejenigen, die einen Job suchen, auch auf diese Nachfrage passen.
Das Stichwort unter Fachleuten lautet dabei strukturelle Arbeitslosigkeit.
Relativ weniger Stellen
Besonders eindrücklich zeigt sich dies im Kanton Zürich.
Dort erhöhte sich im Juli gegenüber dem Vormonat die Zahl der bei den RAV gemeldeten Arbeitslosen um 290 auf 25.703 Personen, wie es offiziell hiess.
Die Zahl der offenen Stellen sank im Kanton Zürich aber um 186 auf nur noch 7898 Positionen. Während Schweizweit rund 3 Arbeitslose auf eine offizielle Stelle kamen, sind es an der Limmat rund 3,25.

Ein Blick in die Details zur Arbeitslosigkeit zeigt zudem, welche Branchen im Kanton Zürich besonders betroffen sind. So erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen in der Finanzbranche binnen Jahresfrist um rund 30 Prozent auf zirka 3000.
Hinzu kamen rund 30 Prozent mehr beziehungsweise rund 1500 arbeitslose Banker. Die Finanzdienstleister stellten rund 20 Prozent mehr Angestellte auf die Strasse, und das sind derzeit fast 1000.
Die Versicherungsbranche verzichtete auch auf 36 Prozent mehr Personen und machte rund 400 Menschen arbeitslos.
Weniger Banker im Gastgewerbe
Im Zürcher Gastgewerbe stieg die Zahl der Arbeitslosen um über 12 Prozent auf rund 2000. Im Grosshandel erhöhte sich die Beschäftigungslosigkeit ebenfalls um 12 Prozent auf zirka 1500. Aus der Industrie gab es rund 2500 Arbeitslose, was einem Plus von 9 Prozent entsprach.
Der Grossteil der Arbeitslosigkeit stammt also aus der Finanzwelt, und dabei spielt sicher die Notfusion der Credit Suisse mit der UBS eine Hauptrolle. Viele Doppelspurigkeit an den beiden Zürcher Hauptsitzen braucht es nicht mehr.
In der Folge sinken aber auch die Restaurantbesuche und Einkäufe der Finanzelite, was sich in den Arbeitslosenzahlen dieser Wirtschaftszweige widerspiegelt.
USA und China als Vorreiter
Welche Vision hat die Schweizer Finanzindustrie? Nun, da gibt es nicht viel Neues zu berichten, als «weiter wie bisher».
Von einem neuen Geldsystem auf Blockchains, Stablecoins & Co. ist die Schweiz so weit entfernt, wie die Menschheit auf ihrem Weg zum Mars.
Doch die Zukunft der Finanzen liegt im Kryptobereich, wie die USA und China vormachen. Daher wachsen dort auch die Stellen in diesen Segmenten.
Sobald die Schweizer Finanzindustrie dabei ihre Scheu vor Neuem ablegt, geht es auch mit der Arbeitslosigkeit im Kanton Zürich wieder nach unten.
Oder aber es braucht für die Stadt und das Land um die Limmat ein anderes Betätigungsfeld als Finanzen.
07.08.2026/kut.



