Anziehen der Sparschraube zahlt sich bei Swiss aus

Swiss-Flugzeug A320 Neo
Die Swiss profitierte auf Strecken nach Asien. (Bild: PD)

Die Fluggesellschaft Swiss steckt den Anstieg der Kerosinpreise um 50 Prozent locker weg. Dabei spielte auch das Pech der Konkurrenz in die Hände.

Die Premiumfluggesellschaft Swiss hat sich im ersten Halbjahr wacker geschlagen.

Die Erlöse stiegen um 3,2 Prozent auf 2,8 Milliarden Franken.

Geheimnis um Reingewinn

Die Nachfrage sei stark geblieben, insbesondere in den Premiumklassen, wie die Swiss am heutigen Dienstag freudig bekanntgab.

Der operative Gewinn sank dagegen nur um 3 Prozent auf 189 Millionen Franken. Dies, obwohl der Anstieg der Treibstoffkosten in den Monaten April bis Juni bei rund 50 Prozent lag.

Doch die Durchschnittserlöse sowie die Auslastung der Flugzeuge seien gestiegen, was zum Betriebsergebnis beigetragen habe, hiess es weiter.

Einen Reingewinn weist die zum Lufthansa-Konzern gehörende Airline nicht aus. Damit fehlt ein Gesamtblick, wie viel Dividenden nach Deutschland fliessen.

Mehr Sitzkilometer verkauft

Im ersten Halbjahr steigerte Swiss die Zahl der Passagiere um 0,6 Prozent auf rund 8,5 Millionen.

Die Zahl der durchgeführten Flüge sank dagegen um 4,1 Prozent auf rund 67.400.

Der Sitzladefaktor (SLF), eine wichtige Branchenkennzahl, verbesserte sich um 2,2 Prozentpunkte, weil die angebotene Kapazität zwar zurückging, Swiss aber deutlich mehr Sitzkilometer verkaufte.

Iran-Krieg hemmt Konkurrenz

Neben Kostensparmassnahmen spielte der grössten Schweizer Fluggesellschaft aber auch in die Hände, dass andere Airlines mit dem US-israelischen Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran viel Pech hatten.

Da einzelne Golf-Carrier ihr Angebot vorübergehend reduziert hatten, entschieden sich mehr Reisende für alternative Verbindungen, erklärte Swiss ihre zusätzliche Nachfrage, vor allem auf den Strecken nach Asien.

Aber für Swiss lief auch nicht alles rosig, wie eine Notevakuation in Indien mit chaotischer Kommunikation im April verdeutlichte.

Sondereffekt vorbei

Mit der Rückkehr der entsprechenden Kapazitäten habe dieser Rückenwind der schwächeren Konkurrenz im Verlauf des zweiten Quartals jedoch ohnehin wieder abgenommen, hiess es.

Die Zusatzeinnahmen aus dem Unglück der Konkurrenz um Emirates, Qatar Airways und Etihad scheinen also vorerst vorbei zu sein.

Spar- und Effizienzprogramm fortsetzen

Nicht vorbei ist dagegen das Kostenprogramm.

Bekanntlich will die Lufthansa-Gruppe noch mehr Rappen aus dem Flugbetrieb in der Schweiz herauspressen, und da sei auch noch mehr zu machen, wie es Swiss-CEO Jens Fehlinger nun beschrieb.

«Wir müssen effizienter arbeiten, unsere Kostenstrukturen nachhaltig verbessern und unsere Mittel gezielt dort einsetzen, wo sie den grössten Nutzen schaffen», sagte er.

«Die ersten Fortschritte sind sichtbar, bis zu einer nachhaltigen Verbesserung der Profitabilität liegt jedoch noch eine Wegstrecke vor uns», fügte Swiss-Finanzchef Dennis Weber hinzu.

04.08.2026/kut.

Anziehen der Sparschraube zahlt sich bei Swiss aus

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