
Die Schweizer Inflation neigt sich wieder gen Nullpunkt. Hauptschuld tragen diesmal aber nicht US-Präsident Trump und sein Iran-Krieg.
Der Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) ist im Juli zum Vormonat um 0,1 Prozent gesunken.
Dies sei unter anderem auf die gesunkenen Preise im Luftverkehr sowie für Diesel und Benzin zurückzuführen, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Montag mit.
Strasse von Hormus als Nadelöhr
Ebenfalls seien aufgrund des saisonalen Ausverkaufs die Preise für Bekleidung und Schuhe markant gesunken, hiess es weiter.
Wer in die Details schaut, sieht, dass es dabei um 8,5 Prozent nach unten ging.
Die Energiepreise und Mineralölprodukte gaben nach, weil sich die Lage zwischenzeitlich in Nahost beruhigte.
Die USA und Israel setzten zwar ihre Angriffe auf die Islamische Republik Iran fort, die weiterhin die Strasse von Hormus für den Warentransport blockierte, doch die Knappheiten schlugen sich im Juli nicht mehr so stark in der Teuerung nieder.
Analog zum Juni 2026 ging der LIK zurück.
Stabile Importpreise
Ein Hauptfaktor für das sinkende Preisniveau zum Vormonat waren dabei die Wohnungsmieten. Sie blieben bei null Prozent konstant und im Warenkorb schlägt sich dies wegen des grossen Anteils von fast 20 Prozent deutlich nieder.
Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat betrug die Teuerung laut dem BFS +0,4 Prozent.
Die Inlandgüter verteuerten sich um 0,5 Prozent. Die Preise der Importwaren blieben dagegen konstant.
Normalerweise kommt über den starken Schweizerfranken bei den Einfuhren ein Rückgang der Inflation zustande.

Auf Jahressicht trugen die Wohnungsmieten mit einem Plus von 1,4 Prozent bei. Die Erdölprodukte verteuerten sich immerhin um 13,6 Prozent, wie aus den Detaildaten des BFS weiter hervorgeht.
Erwähnen muss man auch Tabakprodukte, deren Preise sich um 2,7 Prozent erhöhten.
Denn obwohl in der Schweiz immer weniger Menschen rauchen, erhöhte das BFS in diesem Jahr den Anteil am Warenkorb, als gäbe es hierzulande noch viele Kettenraucher.
SNB glänzt durch Nichtstun
Insgesamt rast das Schweizer Preisniveau wieder auf den Nullpunkt zu. Dies interpretiert die Schweizerische Nationalbank SNB immer noch als Preisstabilität.
Erst wenn die Teuerung wieder ins Minus rutschen würde, wäre die Inflation nicht mehr im gewünschten Intervall und könnte Anpassungsmassnahmen der SNB nötig machen.
03.08.2026/ena.



