
Das Handelshaus DKSH hat seit dem Amtsantritt von CEO Stefan Butz rund 20 Prozent an der Börse verloren. Ein Ende des Dramas ist bisher nicht in Sicht.
Schlechter hätte es für den auf Asien fokussierten Handels- und Dienstleistungskonzern DKSH wohl kaum laufen können.
Aktienkurs bricht ein
Die Umsätze sanken im ersten Semester um rund 1 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken. Der operative Gewinn auf Stufe Ebit ging sogar um fast 5 Prozent auf 158 Millionen Franken zurück, wie DKSH am heutigen Freitag bekanntgab.
Der Konzerngewinn stieg im ersten Halbjahr zwar um 9,2 Prozent auf 105 Millionen Franken.
Doch an der Börse kamen die Nachrichten gar nicht gut an und Investoren nahmen lieber Reissaus. Die DKSH-Papiere verloren rund 6 Prozent.
Schlechte Eindrücke hinterlassen
Dann stellte das Management um CEO Stefan Butz fest, dass es in der Ad-hoc-Mitteilung am Morgen falsche Zahlen kommuniziert hatte.
DKSH musste dies korrigieren.

Während der gähnend langweiligen Analysten- und Medienkonferenz, wo Butz fast alles nur vom Blatt ablas, sah es für Teilnehmer so aus, als würde selbst die Farbe beim Firmenlogo abblättern.
Auch das machte alles keinen guten Eindruck.
Seit Grossverkauf in China wenig passiert
Zu allem Unglück hatte muula.ch im Vorfeld der Semesterzahlen noch bei DKSH nachgefragt, weshalb der Aktienkurs von DKSH seit dem Amtsantritt von CEO Stefan Butz im Jahr 2017 um rund 20 Prozent gefallen ist.
Seit dem Verkauf des Healthcare-Geschäfts in China an Warburg kurz darauf ist praktisch nichts Grösseres passiert.
Umsatz und vor allem der Konzerngewinn treten praktisch auf der Stelle beziehungsweise sind deutlich im Rückwärtsgang, obwohl gerade in vielen Regionen Asiens beachtliches Wachstum herrscht.
Die Gewinnmargen sind anhaltend winzig und beim angekündigten Verkauf der Uhrenmarke Maurice Lacroix kommt DKSH offenbar seit Jahren auch nicht vorwärts.
Zwei Probleme selbst offenbart
In den vergangenen Jahren habe DKSH die Strategie, bestehend aus Wachstum, Margenerhöhung und M&A, konsequent umgesetzt, entgegnete eine Mediensprecherin.
Seit 2021 seien der Umsatz jährlich im Durchschnitt um 4,2 Prozent und der «Kern-Ebit» um 11,6 Prozent (beides zu konstanten Wechselkursen) gewachsen, hiess es weiter.
Daran lassen sich aber gleich zwei Probleme des Konzerns ablesen.
Zahlenakrobatik und starker Franken
Das eine sind die Adjustierungen von Kennzahlen auf «Kern»-Werte, die nun auch zu Fehlern im Communiqué führten. Offenbar sieht das DKSH-Management da selbst nicht mehr richtig durch.
Das andere Problem sind die Wechselkurse, die gegenüber dem Schweizerfranken praktisch immer Kapriolen machen.
Bei einer Gewinnmarge von aktuell nur 1,9 Prozent weist DKSH praktisch keine Puffer auf.
Andere Firmen umgehen solche Probleme beispielsweise mit einen Wechsel der Konzernwährung.
Investoren wollen Kapital vermehren
Basierend auf dem Kapital-armen und Cash-generierenden Geschäftsmodell habe DKSH rund 700 Millionen Franken an Dividenden ausgeschüttet und mehr als 30 Akquisitionen getätigt, führte die Medienstelle auf die Anfrage von muula.ch weiter aus.
Klar, Investoren haben von Dividenden profitiert.
Doch eigentlich wollen sie beides haben – einen steigenden Aktienkurs und Ausschüttungen, denn sonst ergibt die Kapitalanlage für sie kaum einen Sinn, wenn sie Dividenden erhalten und beim investierten Kapital verlieren.
Wurst in die Zukunft hängen
CEO Butz sieht DKSH weiterhin gut aufgestellt, um langfristige Wachstumschancen im asiatisch-pazifischen Raum auch in Zukunft zu nutzen.
Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet der Deutsche und einstige Managementberater von Accenture schon eine verbesserte Wachstumsdynamik, wie er gleich mehrfach betonte.
Doch viele Investoren wollen darauf lieber nicht mehr warten.
17.07.2026/kut.



