SNB erklärt Gelassenheit der Firmen bei Iran-Krise

Schweizerische Nationalbank SNB in Bern
Die SNB gibt einen tieferen Einblick in ihre Arbeit. (Bild: muula.ch)

Die Schweizerische Nationalbank SNB lässt neu in die internen Diskussionen zur Lagebeurteilung blicken. Dabei kommen spannende Details zum Vorschein.

Seit Martin Schlegel an der Spitze der Schweizerischen Nationalbank SNB steht, gibt es zahlreiche Neuerungen.

Eine dieser Innovationen des neuen Chefs an die Spitze der Schweizer Zentralbank ist die Publikation der Verlaufsprotokolls zur Geldpolitischen Lagebesprechung einige Wochen nach der Kommunikation des Entscheids.

Geringere Preisreaktion

Diesmal spielten der Nahostkonflikt um Iran und der Anstieg der Energiepreise nach dem US-israelischen Angriffskrieg auf Iran eine grosse Rolle.

Doch dabei fiel dem Direktorium und den stellvertretenden Mitgliedern des Direktoriums der Schweizer Zentralbank auf, dass es deutliche Unterschiede zwischen dem jüngsten Preisanstieg und der Preisentwicklung nach der Coronavirus-Pandemie gibt.

Die Preisreaktion der Firmen aufgrund des Iran-Krieges sei deutlich weniger stark ausgefallen als nach der Corona-Pandemie, hiess es im SNB-Protokoll, welches am heutigen Donnerstag publiziert wurde.

Andere Transportrouten

Vom Energiepreisschock seien gegenwärtig vor allem energieintensive Sektoren betroffen, während in vielen anderen Sektoren der Preiseffekt nur vereinzelt sichtbar sei, erklärten sich die Notenbanker quasi selbst das Geschehen.

Entsprechend begrenzt seien bisher Zweitrundeneffekte bei der Teuerung, hiess es weiter.

Vergleiche man die damalige Situation nach der Coronavirus-Pandemie mit derjenigen von heute, so könne man feststellen, dass angebotsseitig andere Transportrouten, andere Lieferketten und andere Produktkategorien betroffen seien, lautete eine zweite Auffälligkeit.

Kapazitäten weniger ausgelastet

Die Lieferketten seien in den vergangenen Monaten zwar punktuell beeinträchtigt gewesen, aber insgesamt sei dies weit weniger stark als während der Corona-Krise geschehen, machte die SNB als weiteren Unterschied klar.

Angebotsseitig sei auch die Auslastung der Produktionsfaktoren, insbesondere an den Arbeitsmärkten, niedriger als damals, führte das Führungsgremium der SNB an seiner Geldpolitischen Lagebeurteilung weiter aus.

Nachholbedarf beim Shopping

Selbst auf der Nachfrage seien grosse Unterschiede in den beiden Zeiträumen festzustellen.

So sei etwa die Nachfrage wegen des grossen Nachholbedarfs nach der Coronavirus-Pandemie zeitweilig in die Höhe geschossen, was ebenfalls Auswirkungen auf die Preisentwicklung gehabt habe, führte die SNB aus.

Doch genau dies sei gegenwärtig nicht beobachtbar – also hielten sich die Unternehmen folglich auch mit Preisanhebungen zurück.

Entwarnung von Experten

Die Inflation dürfte in der Schweiz aufgrund der höheren Energiepreise in der kurzen Frist zunehmen, schlussfolgerten die SNB-Experten dennoch.

Aber über den gesamten Prognosezeitraum würde die Inflation im Bereich der Preisstabilität verbleiben, hiess es weiter, wie muula.ch auch von der Medienkonferenz berichtete.

Grund zur Beunruhigung, dass die Teuerung, wie nach der Coronavirus-Pandemie, in die Höhe schnellen könnte, braucht also niemand zu haben.

16.07.2026/kut.

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