Schwierigere Schatzsuche an der Art Basel

Eingang und Logo an der Art Basel in Basel
Tausende strömen zur Art Basel nach Basel. (Bild: PD)

Die diesjährige Kunstmesse Art Basel öffnet ihre Tore für die Öffentlichkeit. Doch diesmal ist einiges anders in Basel als gewohnt.

Die Kunstmesse Art Basel läuft seit Anfang der Woche für VIPs und Kunstsammler.

Ab dem heutigen Donnerstag darf nun auch die breite Öffentlichkeit in die ehrwürdigen Hallen der Messe Basel, um die Kunstwerke aus aller Welt zu bestaunen oder sogar etwas zu kaufen.

Spannende Kunst an einem Ort

Diesmal wählte die Art Basel 290 Galerien aus 43 Ländern aus, um Kunstliebhaber an ihrer Hauptmesse in Basel zu begeistern.

Doch auch in der ganzen Stadt am Rheinknie gibt es Kunst zu bestaunen, weil die Messe auch immer mehr die Öffentlichkeit in den Event einbeziehen will.

Klar lohnt sich ein Besuch der Kunstmesse, weil es auf engstem Raum kaum so viele spannende Gemälde, Skulpturen, Skizzen, Installationen und verrückte Menschen zu bestaunen gibt.

In der diesjährigen Ausgabe ist es aber schwieriger geworden, Highlights zu finden, wie ein Augenschein von muula.ch am VIP-Preview ergab.

Grosse Werke sehr politisch

So findet in der Unlimited, dem Teil der Messe für grosse Kunstwerke, eine düstere Schau um Probleme der Welt statt.

Gleich am Eingang sollen Uniformen an die «Black Lives Matter»-Kampagne in den USA erinnern, die man eigentlich schon fast vergessen hat.

Positiv fällt quasi nur eine grosse Blume auf, die auf einer Skizze der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama beruht.

Kusama-Skulptur an der Art Basel Unlimited
Kusama-Skulptur an der Art Basel Unlimited (Bild: muula.ch)
Rohrleitung aus Saudiarabien an der Unlimed der Art Basel
Rohrleitung aus Saudiarabien an der Art Basel. (Bild: muula.ch)

Ansonsten schauen Besucher im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre.

Die Unlimited ist auch viel kleiner als früher – möglicherweise gab es nicht so viele grossformatige Kunstschätze zum Ausstellen.

Miró von Fondation Beyeler

In den eigentlichen Messehallen gibt es aber wie immer Highlights, um Picassos, Monets oder Basquiats zu bestaunen.

Stargalerien um Hauser & Wirth oder Landau Fine Art garantieren Qualität, auch wenn sie diesmal an ungewohnten Orten zu finden sind.

Kayne West und Partnerin an der Art Basel
US-Rapper Kayne West und seine Partnerin an der Art. (Bild: muula.ch)
Kunstwerk an der Art Basel
Dieses Kunstwerk erregte Aufmerksamkeit. (Bild: muula.ch)

Selbst Museen, wie die Fondation Beyeler, machen mit Gemälden auf sich aufmerksam.

Ein Miró zog das Publikum förmlich in seinen Bann.

Umstrittene VIPs

Neben vielen fragwürdigen Kunstwerken sorgte der Fotokünstler Andreas Gursky mit seinem Werk «Kreuzfahrt» bei der Galerie Sprüth Maggers für Gesprächsstoff.

Er verkauft seine Fotowerke immer in 6 Exemplaren, doch diesmal sollte ein gerahmtes Bild 1 Million Euro kosten, weshalb selbst russische Kunstsammler die Nase rümpften.

Fotografie von Andreas Gursky an der Art Basel
Ein Million für einen «Gursky» an der Art Basel. (Bild: muula.ch)
Galerie Landau Fine Art an der Art Basel
Galerie Landau Fine Art steht für höchste Qualität. (Bild: muula.ch)

Am Dienstag machte nochmals der umstrittene US-Rapper Kayne West mit seiner Partnerin an der Art Basel die Runde, nachdem die beiden bereits am Montag gesichtet worden waren.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Werk, vor dem sie lange standen und für das sie eventuell Kaufinteresse haben.

Am Montag war auch der albanische Präsident Edi Rama anwesend, der selber Künstler ist und derzeit vielerorts in Kritik steht. Sonst blieb es um Stars aber diesmal relativ ruhig.

Kostenlose Tickets

Die Messe selbst lancierte in Basel zum ersten Mal einen separaten Bereich für digitale Kunst, die Zero 10, die es im Herbst bei der Art Basel Miami zum ersten Mal zu sehen gab.

Zur Eröffnung am Dienstag standen sich die Kunstliebhaber quasi die Füsse platt, obwohl es eigentlich nicht viel Spektakuläres gab.

Eventuell zog der Gratiseintritt da viele Kunstliebhaber an, denn die Messe braucht angesichts sinkender Besucherzahlen ja Erfolgsmeldungen und so wird wohl jede Ausstellung zum Publikumsmagneten.

O 10 an der Art Basel für digitale Kunst
Grosser Andrang bei der neuen O 10 an der Art Basel. (Bild: muula.ch)
Flugzeugsitze und Fenster an der Art Basel Unlimited
Langweiliger Nachbau eines Flugzeugs an der Unlimited. (Bild: muula.ch)

muula.ch fragte bei Art-Basel-CEO Noah Horowitz nach, wie zufrieden er mit der diesjährigen Ausgabe der Kunstmesse sei.

Doch weder zu den bisherigen Ticket-Verkäufen noch zum Grund, weshalb es keine Auftaktmedienkonferenz mehr gibt, wollte er sich konkret äussern.

Das Kommunikationskonzept sei überarbeitet worden und weltweit mache die Art Basel keine Pressekonferenzen mehr, hiess es lediglich.

Viele Anlässe auf der Welt

Das ist sicher auch der Grund, weshalb es immer schwieriger wird, wirkliche Highlights an einer Art Basel zu finden.

Die Messe expandierte zuletzt nach Katar. Doch auch in Miami, Hongkong und Paris finden über das Jahr die jeweiligen Events statt.

So viel gute Kunst kann die Welt wohl gar nicht so schnell produzieren.

Und um kritischen Fragen zu dem Verfall auszuweichen, schaffte die Basler Messegesellschaft MCH Group wohl gleich auch noch die unliebsame Medienkonferenzen ab.

18.06.2026/kut.

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