Neuer Fed-Chef Warsh kopiert die Schweiz

Fed-Chair Kevin Warsh vor der Presse
Der neue Fed-Chair Kevin Warsh trat am Mittwoch vor die Presse. (Screenshot: muula.ch)

Die US-Zentralbank hat zwar ihre Leitzinsen noch unverändert gelassen. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh kündigte aber grosse Änderungen an.

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank Fed hat die Leitzinsen unter ihrer neuen Leitung nicht angetastet, wie die amerikanische Zentralbank am Mittwochabend bekanntgab.

Die US-Leitzinsen verharren damit trotz erhöhter Inflationssorgen weiterhin im Intervall zwischen 3,5 und 3,75 Prozent.

Beide Ziele im Blick

Dennoch machte der neue Fed-Chair an einer Live-übertragenen Medienkonferenz klar, dass er zu den Inflationszielen der US-Zentralbank stehe, wofür er in der Vergangenheit bekannt war.

Auch das zweite Ziel der US-Zentralbank, die Arbeitslosenrate, habe Warsh bezüglich Mandatserfüllung im Blick, beteuerte er bei einem ersten Auftritt vor der Presse in neuer Funktion als Nachfolger des langjährigen Jerome Powell.

Wie die aktuellen Inflationsprojektionen von 3,6 Prozent wieder auf das Ziel von unter 2 Prozent kommen sollen, sagte der weltweit wohl einflussreichste Notenbanker der Welt allerdings nicht.

Neue Definitionen und Methoden

Dennoch schlug der Fed-Chair sofort neue Pfähle ein.

Die Erhebungsmethoden der Daten für die Teuerung seien mit den Befragungen völlig veraltet, sagte Warsh.

Ihm schweben neue Datenquellen sowie neue Definitionen für die Inflationsstatistik vor, erklärte der neue Fed-Chef weiter.

Fed-Projektionen
Die Fed-Inflationserwartungen stiegen seit März deutlich an. (Screenshot: muula.ch)

Dazu habe er eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

Diese solle die genaue Quelle der Inflation erkunden, hiess es zudem.

Warenkorb als Schlüssel

Das Vorgehen erinnert stark an die Schweiz, die verstanden hat, dass eine niedrige Teuerung viele Vorteile für das Land und seine Menschen sowie Firmen hat.

Warum nicht also die Statistik gleich so ausrichten, dass von vorneherein niedrigere Werte bei der Inflation herauskommen.

Genauso hat es die Schweiz in der Vergangenheit immer gehandhabt, wie muula.ch berichtete.

Immer wenn die Mieten in der Schweiz stark anzogen, verringerte das Bundesamt für Statistik BFS den Anteil im Warenkorb, der für die Teuerungsberechnung zugrundelag.

Steigender Alkoholkonsum?

Als die Schweiz aber in tiefe Deflation abzurutschen drohte, machten die Statistikbeamten den umgekehrten Schritt und zauberten allein aus der Erhebung heraus Teuerung, wie muula.ch aufgedeckt hat.

So erhöhte das BFS den Anteil am Warenkorb für den Alkoholkonsum, weil hier die Preisvorhersagen nach oben zeigten.

Gleichzeitig nahmen die Statistiker die Langzeitpflege ab diesem Jahr mit in den Warenkorb hinein.

Wer definiert, führt

Doch keiner konnte ahnen, dass US-Präsident Donald Trump zusammen mit Israel die Islamische Republik Iran angreift.

Damit schnellten die Energiepreise zu den anderen Effekten umgehend nach oben und sorgten überraschend für Teuerung.

Die Amerikaner haben nun begriffen: Wer definiert, der führt. Es lässt den Verantwortlichen grossen Spielraum.

Klar Trump-hörig

Wenn die US-Inflationsrate tiefere Werte anzeigt, braucht die Fed die Leitzinsen auch nicht so stark anzuheben.

Dies hilft den Unternehmen und dem Staat, weil die Schuldenlast günstiger wird und Lohnerhöhungen moderater ausfallen müssen.

Alles in allem wollte eine Person diesmal sogar die US-Leitzinsen senken, erklärte Warsh. Wer das war, liess der neue Fed-Chef allerdings offen.

Klar wurde mit seinem Verhalten allerdings, dass er ganz im Sinne Trumps agieren wird.

17.06.2026/kut.

Neuer Fed-Chef Warsh kopiert die Schweiz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert