Trump scheitert kolossal und sendet Warnsignale

Eine US-Flagge mit den Buchstaben Donald Trump
Donald Trump erleidet eine schwere Niederlage. (Bild: G. Altmann / pixabay)

US-Präsident Donald Trump verliert seine republikanische Mehrheit im Kongress und im Senat. Für die Weltwirtschaft bedeutet dies aber durchaus Gutes.

Von Rico Kutscher

US-Präsident Donald Trump ist letztlich an der gleichen Sache wie sein Amtsvorgänger Joe Biden gescheitert.

Es sind die gestiegenen Lebenshaltungskosten, welche die Amerikaner zu einem politischen Kurswechsel bewegt haben.

Iran-Krieg als Preistreiber

Die Teuerung zog vor den US-Midterm-Wahlen weltweit stark an. Hauptursache war der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran.

Selbst in der Schweiz schnellte die Inflation innerhalb weniger Wochen so stark in die Höhe, dass der Höchstwert der Bandbreite für Preisstabilität von 2 Prozent in Sichtweite kam.

Syrien für Teil der Ukraine

Zudem brach Trump mit Jahrzehnte-alten Partnerschaften. Die Amerikaner liessen Westeuropa genauso im Stich, wie ihre Verbündeten auf der arabischen Halbinsel um Katar, Saudiarabien & Co.

Der US-Präsident versuchte vielmehr, historisch schwieriges Terrain, wie eine Führungsrolle Israels in Nahost, mit der Brechstange durchzusetzen. Doch daran haben sich schon ganz andere die Zähne ausgebissen.

Seinen «Deal» mit Russlands Präsident Wladimir Putin, ein Stück der Ukraine im Gegenzug für Syrien zu geben, konnte Trump bisher nicht erfüllen, weil sich die Europäer und die Ukraine da zu Recht sträuben.

In die helfende Hand beissen

Finanziell steht der amerikanische Staat ohnehin mit dem Rücken zur Wand.

Der Schuldenberg von den USA liegt bei über 40.000 Milliarden Dollar und die Refinanzierung wird immer schwieriger und teurer.

Viele Länder wären aber durchaus bereit, den Amerikanern dabei zu helfen. Allerdings geht es nicht, dass Trump & Co. den Helfern dann permanent in den Rücken fällt.

Neue Baustellen für Trump

Eine geradlinigere Politik wird daher mit der Verschiebung der Machtverhältnisse im US-Kongress und im US-Senat von den Republikanern zu den Demokraten erwartet. Dies dürfte der Welt mehr Stabilität bringen.

Der US-Präsident wird nun mit Impeachment-Verfahren, Budgetstreitigkeiten und Kompromisssuchen beschäftigt sein, die er bisher getrost ignorieren konnte.

Doch mit den vielen neuen «Baustellen» kann sich der 80-jährige Trump kaum noch tiefgreifend um die Kriegsführung im Ausland kümmern.

Weltuntergang abgesagt

Die globalen Aktienmärkte zeigen bei US-Midterm-Wahlen meist eine etwas erhöhte Volatilität. Doch Experten zeigen sich überzeugt, dass sie die eingeschlagene Richtung weiter beibehalten und dies heisst bergauf.

Der Schweizer Aktienindex SMI zog am heutigen Mittwoch auch leicht an. Von Weltuntergang, wie ihn viele Medien heraufbeschwört hatten, fehlt also jede Spur.

Breite Masse entscheidet

Die fulminante Niederlage von Trump bei den Midterm-Wahlen lassen drei Hauptlehren zu, die auch für die Schweiz von Bedeutung sind.

Wirtschaftliche Unzufriedenheit sowie hohe Lebenshaltungskosten sind Faktoren, die einen Wahlausgang massgeblich entscheiden.

Die Mehrheit der Menschen will keinen Krieg mit hohen Kosten und viel Elend.

Die US-Strafzölle, die Preissteigerungen bei Treibstoffen und Kriege bestimmen die ökonomischen Realitäten, welche die Bürger an den Urnen klar goutieren.

Die gefühlte Realität der Wähler bestimmt – gute Wachstumszahlen beim Bruttoinlandprodukt BIP, niedrige Arbeitslosigkeit und eine Aktienmarktrally halfen Trump nicht.

Lokales wichtiger

Zweitens pushte Trump seine eigenen Kandidaten in einigen US-Gliedstaaten, die letztlich aber haushoch verloren.

Lokalpolitik ist wichtiger als landesweite Realitäten. Das gilt auch besonders für die föderale Schweiz.

Entscheide, die weit entfernt von den Menschen getroffen werden, verlieren an Akzeptanz, bis die Bürger auf die Barrikaden gehen.

Günstlingswirtschaft schlägt fehl

Was ist aber die Hauptaufgabe von Politikern in Demokratien? Es ist, die Leben aller Menschen in der jeweiligen Region stetig zu verbessern.

Bei Trump ging es allerdings den Reichen und nur einer kleinen Gruppe von Günstlingen immer besser.

Hätten die Republikaner, drittens, mehr Verständnis für die teils schwierige Situation der Unterschicht gezeigt, wären viele Argumente der Demokraten verhallt.

Eine Minderheit kann der Masse eben ihren Willen nur schwer aufzwingen.

Perfider Ansatz fehlgeschlagen

Auch in der Schweiz versucht die Elite mit allen Mitteln, ihre Macht auf Kosten der Mehrheit auszubauen. Logisch, prallt dieses Ansinnen auch hierzulande immer härter aufeinander.

Die USA verdeutlichen allerdings anschaulich, dass es in Demokratien nicht geht, Menschen mit immer höheren Lebenshaltungskosten, exorbitanten Krankenkassenprämien & Co. zu Mehrarbeit zu zwingen und dadurch politisches Engagement zu verhindern.

Umgekehrt wird ein Schuh draus.

Brechstange bringt nichts

Die Energiepreise wurden zum Brandbeschleuniger, die Strafzölle wurden zum Preistreiber und teureres Wohnen wurde zum Punkt auf dem «i», wodurch sich viele Menschen in den USA vernachlässigt fühlten und die Republikaner ihre Mehrheiten im US-Senat sowie im US-Kongress abgeben müssen.

Mit einem Fokus auf Wohlstand für alle, Stabilität sowie Kompromissen statt immer wieder nur einem Handeln mit der Brechstange wäre all dies wohl nicht passiert.

04.11.2026

Trump scheitert kolossal und sendet Warnsignale

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