Swatch-Group verliert 700 Millionen Franken

Die MoonSwatch ist ein Kassenschlager für die Swatch-Gruppe. (Bild: PD)

Der Uhrenkonzern Swatch hat durch Lockdowns in China gigantische Umsatzausfälle verzeichnet. Abgesehen davon, rettete 2022 eine Mega-Idee.

Der bekannte Schweizer Uhrenkonzern Swatch Group hat durch die Null-Covid-Politik in China mit strengen Lockdowns rund 700 Millionen Franken an Umsatz eingebüsst.

Unter Ausklammerung von China seien die Einnahmen in Lokalwährungen aber um hohe 25 Prozent gestiegen, teilte das Unternehmen Swatch-Group am Dienstag mit.

Sogar Gewinnsteigerung

Der Nettoumsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 4,6 Prozent auf 7,5 Milliarden Franken. Zu aktuellen Wechselkursen ging es immerhin noch um 2,5 Prozent nach oben. Fast der gesamte Konzernumsatz wird im Segment Uhren und Schmuck erzielt.

Unter dem Strich kann sich das Resultat für das abgelaufenen Geschäftsjahr auch sehen lassen. Der Konzerngewinn erhöhte sich um 6,3 Prozent auf 823 Millionen Franken. Die Gewinnmarge stieg leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 11,0 Prozent.

50 Prozent Umsatzeinbruch

Nicht auszumalen, wenn China auch noch floriert hätte. Die durchwegs zweistelligen Umsatzsteigerungen in Europa, Amerika, dem Mittleren Osten und den meisten asiatischen Märkten wurden nämlich stark durch den signifikanten Umsatzrückgang in China gedämpft.

Besonders belastet davon war laut dem Communiqué das 4. Quartal 2022, in welchem zuerst die Lockdowns und – nach der Aufhebung der Massnahmen – die massive Covid-Erkrankungswelle zu Ausfällen von über 30 Prozent bei den Verkäufen geführt hatten.

Der Rückgang im Monat Dezember habe sogar bei rund minus 50 Prozent gelegen, teilte Swatch weiter mit.

MoonSwatch boomt

Das Retailgeschäft legte zweistellig zu, nicht nur bei der Marke Swatch, sondern insbesondere auch bei den Marken Harry Winston, Breguet und Omega 

Die Nachfrage nach den 11 Bioceramic MoonSwatch Modellen ist auch neun Monate nach der Lancierung ungebrochen hoch und Warteschlangen vor den Swatch Stores sind weiterhin an der Tagesordnung.

Ansteckung auf Speedmaster

Trotz zusätzlicher 70 Verkaufspunkte und stark erhöhter Produktion übersteigt die tägliche Nachfrage immer noch bei Weitem die verfügbaren Produkte. Die MoonSwatch ist ein Verkaufsschlager mit über 1 Million verkauften Stück. Die Lancierung war also eine Mega-Idee.

Die MoonSwatch sei bei einem äusserst breiten Kundenspektrum aller Alterskategorien und Herkunft beliebt, hiess es zur Begründung für diesen Boom. Im Sog des MoonSwatch Hypes hat laut der Firma sogar auch die ganze Speedmaster-Kollektion der Marke Omega, zum Beispiel mit den Moonwatch Modellen, von stark erhöhtem Interesse profitiert.

Vorsichtige Planung

Der Konzern hat angesichts der potenziellen Energieknappheit und möglicher Lieferengpässe entschieden, die Sicherheitslager wo möglich massiv zu erhöhen.

Diese Massnahme wird sich auch in Anbetracht der höheren Nachfrage in China, nach der Abkehr von der Null Covid Strategie, auszahlen. Ein Grossteil der um 484 Millionen Franken oder 7,6 Prozent höheren Vorräte fiel in den Kategorien Rohmaterial, Fabrikaten in Arbeit und Halbfabrikaten an.

Auch beim Personal stockte Swatch auf. Der Personalbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 617 oder 2,0 Prozent auf rund 32.000 Personen. 

Hongkong rasch erholt

Die Konzernleitung erwartet für 2023 ein starkes Umsatzwachstum in allen Regionen und Segmenten. Nach dem Ende der Covid-Massnahmen hat sich der Konsum nicht nur in China, sondern auch in den umliegenden Märkten Hongkong und Macau schnell erholt.

Zusätzlich wird die Aufhebung der Reisebeschränkungen in China die Verkäufe in den Tourismusdestinationen neu beleben. Die Schweiz leidet ja unter den fehlenden Touristen aus China, wie muula.ch immer wieder berichtete. Das soll sich also bald ändern.

Die Verkaufssteigerungen in China im Januar 2023 bestärken die Erwartung der Swatch-Gruppe zusätzlich, dass das Jahr 2023 zu einem Rekordjahr werden kann.

Kaum Fremdkapital

Der Konzern um die Hayek-Dynastie fällt ohnehin stets mit seinem enormen Eigenkapital von rund 12 Milliarden Franken und einer gigantischen Eigenkapitalquote von 87 Prozent auf.

Die Einnahmeverluste in China sind zwar nicht schön, aber sie spielen letztlich für Swatch keine grosse Rolle.

24.02.2023/kut.

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