Schweizer wechseln von Rot- auf Weisswein

Anstossen mit drei Weissweingläsern
Schweizer konsumieren mehr Weisswein. (Symbolbild: M. Joannon / unsplash)

Der sinkende Weinkonsum geht in der Schweiz mit grossen Änderungen einher. Doch vor «Switzerland First» muss sich vor allem ein Weinland fürchten.

Im vergangenen Jahr ging der Gesamtweinkonsum in der Schweiz um 3,3 Prozent auf 211,2 Millionen Liter zurück.

Es wurden laut der offiziellen Statistik des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW rund 5,5 Prozent weniger Rotwein, einschliesslich Roséwein, konsumiert.

Steigender Marktanteil

Der Konsum von Weisswein nahm dagegen mit +0,5 Prozent leicht zu, hiess es weiter. Dies bedeutet, Schweizer stürzen sich vermehrt auf Weissweine.

Trotz des rückläufigen Gesamtweinkonsums verzeichnete der Konsum von Schweizer Wein 2025 eine Zunahme von 2,3 Prozent und belief sich auf 79,2 Millionen Liter.

Der Marktanteil von Schweizer Wein stieg damit um 2 Prozentpunkte auf 37,5 Prozent.

Das ist schon ein hoher Wert.

Keine Rabattschlacht

Erstaunlich ist, dass die Preise beim Schweizer Wein mit -0,6 Prozent verhältnismässig stabil geblieben waren.

Mit Preisreduktionen reagieren die Weinbauern jedenfalls nicht in grösserem Stil auf die Absatzkrise.

Klar, über die Frankenstärke kommen ausländische Weine günstiger in die Regale. Doch Schweizer Weinbauern und der Grosshandel lassen sich davon nicht mit einer Rabattschlacht beirren.

Anstieg beim ausländischen Weisswein

Wenn der Gesamtmarkt sinkt, aber das Inland ein Absatzplus verzeichnet, muss es zu Lasten des Auslands gehen.

Der Konsum ausländischer Weine ging 2025 verglichen mit 2024 um 6,4 Prozent auf 132 Millionen Liter zurück.

Dieser Einbruch betraf hauptsächlich den Rotwein, dessen Konsummenge um 9,1 Prozent sank.

Beim Weisswein sei allerdings ein leichter Anstieg um +0,4 Prozent registriert worden, erklärte das BLW weiter.

Nun will die Schweiz unfaire Handelspraktiken beim Weinimport installieren und ihren Heimmarkt abschotten, wie muula.ch als erstes Schweizer Medium aufdeckte.

Der Aufschrei war dann aber gross, als auch die «Neue Zürcher Zeitung» das Thema aufgriff.

Weinimporte Schweiz
Drei Länder dominieren die Schweizer Weinimporte. (Screenshot: muula.ch)

Besonders ein Land, nämlich Italien, dürfte dies aufschrecken, wie aus der Weinstatistik weiter hervorgeht.

Rund 44 Prozent aller Schweizer Weinimporte kommen nämlich vom südlichen Nachbarn. Aus Frankreich stammen 23 Prozent, und aus Spanien importiert die Schweiz rund 15 Prozent.

Interessant ist, dass Deutschland mit seinen hervorragenden Riesling-Weinen in der Importstatistik gar nicht auftaucht. Wahrscheinlich haben die Schweizer die guten Tropfen noch nicht für sich entdeckt.

Prosecco und Franciacorta

Italien muss sich noch aus einem anderen Grund gewisse Sorgen machen.

Rund 64 Prozent aller Schaumweinimporte der Schweiz kommen nämlich aus Italien. Prosecco, flaschengegorenen Franciacorta & Co. lauten hier die Stichworte.

Schaumweinimporte der Schweiz
Schweizer lieben Spumante. (Screenshot: muula.ch)

Bei Frankreich mit seinen Champagnern um Krug, Dom Pérignon & Co. liegt der Import-Anteil lediglich bei 23 Prozent.

Spanien mit Cava ist schon fast unter ferner liefen.

30 Prozent weniger auf gleicher Fläche

Trotz des jahrelangen Rückgangs beim Schweizer Weinkonsum liegt die Rebfläche seit Jahrzehnten ziemlich konstant bei 14.800 Hektaren.

Der Gesamtkonsum von Rot- und Weisswein lag 1993 noch bei fast 3 Millionen Hektolitern, wobei 1,3 Millionen Hektoliter aus der Schweiz und 1,7 Millionen Hektoliter aus dem Ausland stammten.

Nun sind es rund 2,1 Millionen Hektoliter, also rund 30 Prozent weniger.

Aber aus der Schweiz kommen davon noch 800.000 Hektoliter und aus dem Ausland 1,3 Millionen Hektoliter.

Die Konsumenten wollen offenbar doch mehr Weine aus Italien, Frankreich, Spanien, den USA, Australien, Argentinien & Co. – selbst wenn ihnen künftig unfreiwillig das Schweizer Sortiment breiter vor die Nase gesetzt wird.

24.04.2026/kut.

Schweizer wechseln von Rot- auf Weisswein

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