Rund 95 Prozent leben auf nur 5 Prozent

In der Schweiz wurde seit 2012 freie Fläche der Grösse von Bern überbaut. (Bild: R. Staempfli / pixabay)

Nur 5 Prozent der Flächen der Schweiz sind Bauzonen und dort konzentrieren sich 95 Prozent der Bevölkerung. Für die Zukunft gibt es mit immer mehr Bewohnern nur eine Lösung.

Die Bauzonenfläche in der Schweiz ist in den vergangenen fünf Jahren nahezu stabil geblieben. Und damit setzt sich ein Trend fort.

Schon in den fünf Jahren bis 2017 sei die Baufläche nämlich nur gering gewachsen, teilte das Bundesamt für Wohnungswesen ARE am Donnerstag zur Bauzonenstatistik mit.

Demnach erhöhte sich die Bauzonenfläche der Schweiz zwischen 2017 und 2022 um lediglich ein Prozent auf rund 234.000 Hektare.

Eine Million mehr

Weil gleichzeitig die Bevölkerungszahl gestiegen ist, wohnen und arbeiten die Menschen in der Schweiz auf weniger Fläche pro Person als vor fünf Jahren. Seit 2012 ist die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in den Bauzonen von 7,4 auf 8,3 Millionen gewachsen.

Damit leben deutlich mehr Personen auf einer praktisch konstanten Fläche, was den «Dichtestress» veranschaulicht.

Durchschnittlich benötigt ein Einwohner derzeit 282 m2 Bauzonenfläche. Vor fünf Jahren waren es noch 291 m2 und vor zehn Jahren 309 m2 gewesen, die der vollständige Bericht zeigt.

Wohnen und Arbeiten

Rund 95 Prozent leben also auf zirke 5 Prozent der Gesamtfläche der Schweiz. Rund die Hälfte aller Bauzonen werden für das Wohnen und rund 13 Prozent für das Arbeiten genutzt.

Landkarte Schweiz mit Angaben zum Bauland

Die Bauzonenstatistik gibt Aufschluss über die Gegebenheiten zum Wohnen und Arbeiten in der Schweiz. (Quelle: PD)

Dass kaum mehr neue Bauzonen geschaffen wurden, ist zu einem Grossteil auf die Raumplanung der Kantone zurückzuführen. Sie schreibt den Gemeinden vor, dass sie ihre Siedlungen nach innen entwickeln und verdichtet bauen müssen.

Dies legt das Raumplanungsgesetz (RPG) seit Mai 2014 fest. Das Problem mit der Raumplanung wird immer grösser, wie auch muula.ch bereits berichtete.

Nur ein Ausweg

Die Lösung für die Zukunft ist denn auch einfach. Es muss auf den bestehenden Flächen in die Breite und in die Höhe gehen.

Neubauten werden laut dem ARE daher auch heutzutage bereits grösser oder höher gebaut, um die Bauzonen stärker auszunutzen. Dies gelte sowohl für bereits überbaute als auch für neu überbaute Bauzonen, hiess es.

Noch einmal Bern

Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren innerhalb der Bauzonen rund 6000 Hektare freies Land überbaut. Das sei etwas mehr als die Fläche der Stadt Bern, hiess es. Noch gebe es aber beträchtliche Baulandreserven, teilte das ARE weiter mit.

Knapp die Hälfte der derzeit noch unbebauten Bauzonen finden sich in städtischen, etwas mehr als ein Viertel in stadtnahen und ein Viertel in ländlichen Gemeinden. Es gibt demnach noch Luft.

24.11.2022/kut.

Rund 95 Prozent leben auf nur 5 Prozent

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