
Mitten durch den Militärflugplatz Emmen führt eine Strasse. Die Schweiz schafft Anreize für deren Verlegung und schützt den F-35 vor neugierigen Blicken.
Die Schweiz hat sich für die Verlegung der Rüeggisingerstrasse in Emmen mit viel Geld und Argumenten bewaffnet.
Teurer «Spass»
Der Bund beantragte einen Verpflichtungskredit von 14 Millionen Franken und der Kanton Luzern schultert Baukosten von rund 5 Millionen Franken.
Die Gemeinde Emmen beteiligt sich obendrein mit 480.000 Franken an der Strassenverlegung.
Zwei Teile beeinträchtigen
Zum Geld kommen aber noch schlagkräftige Argumente hinzu.
Die Rüeggisingerstrasse verläuft schliesslich direkt durch den Militärflugplatz Emmen und teilt das Militärareal in zwei Teile.
Zivile wie auch militärische Fahrzeuge seien auf der Strasse unterwegs, was die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer beeinträchtige und die Betriebssicherheit auf dem Militärareal verringere, hatte die offizielle Schweiz zum Projekt gesagt.

Mit der Verlegung der Strasse entstehe ein abgetrennter, rollstuhlgängiger Rad- und Gehweg, hiess es nun am Freitag freudig zum Spatenstich.
Dies erhöhe die Sicherheit für den Motor- sowie Langsamverkehr und verbessere den Verkehrsfluss, frohlockte das Bundesamt für Rüstung Armasuisse.
Die militärischen Sicherheitsanforderungen werden derzeit ohnehin nicht eingehalten und die Betriebssicherheit auf dem Militärflugplatz Emmen ist nicht gewährleistet.
Die Verlegung der Strasse soll daher zu einer Entflechtung zwischen dem Areal- und Werkverkehr auf dem Militärflugplatz und dem Transitverkehr auf der Rüeggisingerstrasse führen.
Umwege in Kauf nehmen
Auf der neuen Strasse werde es ausserdem zwei neue Bushaltestellen geben.
Anwohner profitieren von einer neuen Buslinie, denn das Gebiet rund um den Militärflugplatz werde erstmals mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Das gibt eine Aufwertung ihrer Immobilien.
Hinzu kämen Hochwasserschutzmassnahmen, welche den Rotbach ökologisch aufwerteten. Wer kann dazu schon «nein» sagen.
Damit aber nicht genug: Die Strasse geht nach Bauabschluss ins Eigentum der Gemeinde Emmen über.
Die Bürger dürften also über längere Wege und den Verlust der Durchfahrt beim Militärflughafen Emmen nicht so traurig sein. Wie viel die Umwelt zusätzlich belastet wird, bleibt obendrein geheim.
Neugierige auf Distanz halten
Doch das wichtigste Argument unterschlägt Bundesbern.
Es betrifft den US-Kampfjet F-35, der mit der Verlegung der Strasse vor neugierigen Blicken in unmittelbarer Nähe geschützt wird.
Gibt es keine öffentliche Strasse mehr mitten durch das Militärgelände, wird es für Neugierige schwieriger, die Gegend und die neuen Abwehrsysteme der Schweiz auszukundschaften.
Salamitaktik bei Kosten
Anwohner erhalten ohnehin kostenlos Schallschutzfenster eingebaut, wie muula.ch berichtete, weil der neue US-Kampfjet F-35 deutlich mehr Lärm verursacht.
In Emmen brausen die Flugzeuge ja quasi durch die Wohnzimmer. Der Schallschutz kostet 30 zusätzliche Millionen und betrifft hauptsächlich Emmen.
Am Ende sollte das Volk aber alle Kosten für die Kampfjets der US-Firma Lockheed Martin zusammenrechnen.
Mit der Salamitaktik wird die Anschaffung des F-35 nämlich deutlich teurer als die bewilligten 6 Milliarden Franken.
Selbst die Verlegung einer Strasse durch den Militärflugplatz Emmen gehört neben guten Argumenten eigentlich geldmässig dazu.
03.05.2026/kut.





