Kleinstfirmen bringen das grösste Gewicht auf die Waage

Kleinstfirmen boomen in der Schweiz
Kleinstfirmen haben stark ums Überleben zu kämpfen. (Symbolbild: cherryceck / unsplash)

Die Schweiz hat einen Boom bei Unternehmensgründungen aus dem Nichts verzeichnet. Besonders die Kleinen sind ganz gross.

Aus dem Nichts wurden in der Schweiz über 43.000 neue Firmen gegründet. Dies gab das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Montag auf Basis der jüngsten Daten zur Unternehmensdemografie bekannt.

Rekord seit Beginn der Statistik

Demnach übten in der Schweiz 574.258 Firmen eine marktwirtschaftliche Tätigkeit im Sekundär- oder Tertiärsektor aus.

Davon wurden 43.037 im selben Jahr «ex nihilo», also aus dem Nichts, gegründet.

Dies seien so viele wie noch nie seit dem Bestehen der statistischen Reihe gewesen, frohlockten die Statistiker. Die Neugründungsrate entspreche 7,5 Prozent aller aktiven Unternehmen, hiess es weiter.

Rückgrat der Wirtschaft

Besonders viele Neugründungen gab es in den Bereichen «Information und Kommunikation», «Unterrichtswesen» und Finanz- sowie Versicherungsdienstleistungen, wie aus der Grafik hervorgeht.

Die unternehmensstärksten Regionen der Schweiz waren der Genfersee, das Mittelland und Zürich.

Neugründungen von Firmen nach Wirtschaftszweigen laut dem BFS

2021 war mit 54,7 Prozent etwas mehr als der Hälfte der aktiven Unternehmen lediglich eine Person beschäftigt, während nur 10,6 Prozent der Firmen mindestens zehn Beschäftigte aufwiesen.

Kleine Neugründungen beliebt

Bei den Neugründungen sei der Einfluss der Kleinstunternehmen noch grösser, denn 82,1 Prozent der neuen Unternehmen beschäftigten lediglich eine Person, erklärte das BFS.

Der Anteil der Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten machte dagegen nur 2,1 Prozent aus.

Regionale Verteilung der Schweizer Firmen laut dem BFS

Die kleinsten Einheiten haben nicht nur ein grosses Gewicht, sie sind auch sehr dynamisch.

Die Unternehmen mit nur einer Stelle verzeichneten 2021 nämlich eine Neugründungsrate von 11,2 Prozent. Mehr als jedes zehnte aktive Unternehmen in dieser Grössenklasse entstand folglich im Laufe desselben Jahres.

Mit zunehmender Unternehmensgrösse geht dieser Anteil allerdings laut den Daten zurück. In den Grössenklassen «2 bis 4 Beschäftigte», «5 bis 9 Beschäftigte» und «10 oder mehr Beschäftigte» machten die Neugründungen 5,0 beziehungsweise 1,2 und 0,3 Prozent aus.

Viele Schliessungen

Allerdings müssen die neuen Unternehmen auch stark um ihr Überleben kämpfen. Die Überlebensrate geht nach der Gründung nämlich mit jedem Jahr zurück. Im Jahr 2021 waren 84,4 Prozent der im Jahr 2020 gegründeten Unternehmen noch aktiv.

Bei jenen, die 2019 und 2018 gegründet worden waren, lag der entsprechende Anteil bei 70,5 beziehungsweise nur noch 62,0 Prozent.

Nach fünf Jahren belief sich die Überlebensrate nur noch auf 50,1 Prozent, was heisst, dass jedes zweite Unternehmen der Schweiz wieder geschlossen wurde.

04.12.2023/kut.

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