
Der Schokolade-Konzern Lindt & Springli gerät vom Erfolgskurs ab. Die Ursachen liegen in Fehleinschätzungen und dies straft die Börse stark ab.
Wer in den vergangenen Monaten in die Schweizer Supermärkte ging, kam nicht um Rabattaktionen der Firma Lindt & Sprüngli herum.
Teils wurde die Schoggi aber selbst mit 75 Prozent an Preisnachlass zum Ladenhüter.
Premium im ständigen Ausverkauf
Zuvor hatten die Kilchberger aufgrund der gestiegenen Rohwarenpreise die Preisschraube exorbitant angezogen, sodass es nur eine Frage der Zeit war, bis sich die Konsumenten nach Alternativen umschauten.
Dies geschah nicht nur in der Schweiz, sondern von Deutschland bis Australien. Premiumprodukte, die quasi permanent im Angebot sind, erwecken kaum einen hochwertigen Charakter.
Der teure Lindt-Osterhase oder die superteure Dubai-Style-Schokolade wurden sogar regelrecht zu Hassobjekten unter Verbrauchern.
Weitere Eintrübung
Deshalb hatte muula.ch unlängst bereits davon berichtet, dass Lindt & Sprüngli das gleiche Schicksal wie der Nahrungsmittelkonzern Nestlé ereilen werde, und genauso ist es passiert.
Am Dienstag gab die Schokoladenfirma kleinlaut bekannt, die Wachstumsziele nicht erreichen zu können.
Statt ein Zuwachs von 4 bis 6 Prozent sollen bei den Erlösen nur 0 bis 2 Prozent werden.
Am Jahresanfang war das Unternehmen sogar noch von einem Umsatzwachstum zwischen 6 bis 8 Prozent ausgegangen und dann davon abgerückt.
Sommerhitze als Ausrede
Als Grund für die Negativentwicklungen gab der Schoggi-Konzern die Reaktion der Kundschaft auf Preiserhöhungen sowie die Hitze an.
Das Management um Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner hat die Preiselastizität der Nachfrage falsch eingeschätzt, genau wie Nestlé.
Die hohen Sommertemperaturen können aber kaum als Grund für die Erlösrückgänge gelten, weil Schokolade selbst im Hochsommer in den Emiraten oder in Saudiarabien nicht zu knapp konsumiert wird und als Verkaufsschlager gilt.
Auch in Schweizer Supermärkten waren viele Naschkatzen zu beobachten, die statt nach Lindt-Produkten zu günstigeren Eigenmarken von Coop, Migros oder Discountern griffen.
Über 30 Prozent an Wert verloren
Beim Gewinn will Lindt & Sprüngli noch nicht auf Tauchstation gehen. Dem Konzern kommt entgegen, dass sich die Kakao-, Zucker- und Butterpreise von ihren Höchstständen wieder deutlich entfernt haben.
Die Reaktion lässt sich auch an der Börse ablesen. Die Partiipationsscheine von Lindt & Sprüngli verloren in diesem bereits über 30 Prozent.
30.09.2026/kut.




