Die US-Notenbank greift durch

Der amerikanische Dollar wird wieder stärker (Bild: Nikolay F. / pixabay)

Die US-Zentralbank Federal Reserve Bank Fed hat zum fünften Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöht. Die Aussagen des Chefs der Fed Jerome Powell gehen unter die Haut.

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank FED hat am Mittwoch zum fünften Mal in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöht. Der Zinsschritt beträgt aber erneut happige 0,75 Prozentpunkte auf ein Zinsniveau von 3 bis 3,25 Prozent, wie die Institution in einem Communiqué mitteilte.

Fed-Chef Jerome Powell begründete den höchsten Zinsstand seit über zehn Jahren damit, dass die Inflation derzeit deutlich von dem erwünschten Wert von 2 Prozent abweicht. Daher würden weitere Zinsschritte nötig, hiess es ganz dramatisch.

Schmerzhaften Weg beschreiten

Die Beschäftigung sei gut, jedoch sei die Teuerung aufgrund der Ungleichgewichte zwischen Angebot- und Nachfrage während der Coronavirus-Pandemie sowie wegen hohen Lebensmittel- und Energiepreisen viel zu hoch, erklärten die Zentralbanker.

Powell wünschte sich, dass es einen weniger schmerzhaften Weg zur Bekämpfung der hartnäckigen Inflation gebe, erklärte er nach der Bekanntgabe des Entscheids vor den Medien. Einen schmerzlosen Weg gebe es aber nicht, betonte Powell.

Die Fed werde Konjunkturrückgänge in Kauf nehmen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Der Zentralbankrat strebe die Rückkehr der Inflation auf das Niveau von zwei Prozent an, hiess es gleich mehrfach.

Situation ist Ernst

Bereits zwei Mal hatte die US-Zentralbank in diesem Jahr die ungewöhnlich hohen Zinsschritte von 0,75 Prozentpunkte vorgenommen. Mit einer dritten Drehung an der Zinsschraube in dieser Grössenordnung wird der Ernst der Situation deutlich.

Die Börsen reagierten verschnupft auf die happige Zinserhöhung, obwohl vielerorts ein weiterer Zinsschritt der Fed nach den Sommerferien erwartet worden war. Sowohl der S&P 500 als auch der Dow-Jones-Industrial-index gaben um fast 2 Prozent nach.

Schweiz wird folgen

Die ganze Welt schaut auf die Amerikaner, wie sie die hohe Inflation bekämpfen. Nunmehr wird auch in der Schweiz ein Zinsschritt erwartet – zumindest aus der Zone der Negativzinsen heraus. Auch hierzulande ist die Teuerung über das von der Schweizerischen Notenbank angestrebte Zielband zuletzt hinausgeschossen.

21.09.2022/kut.

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