Die Schweiz braucht mehr Mut

Ein Sprung über eine Hürde erfordert Mut.
Mut bedeutet, Ängste zu überwinden. (Bild: S. Tipchai / pixabay)

Mut ist kaum erforscht. Doch nun meldet sich die Rektorin der Universität Basel zu Wort und zeigt, dass es in der Schweiz mehr Mut zur Bewältigung von Krisen benötigt.

«Mut hat im Wesentlichen damit zu tun, Unsicherheiten, sprich Risiken, richtig einzuschätzen, mit den daraus resultierenden Ängsten umgehen zu können – und trotzdem etwas zu wagen.»

Dies schrieb Andrea Schenker-Wicki, die seit 2015 amtierende Rektorin der Universität Basel, in einem aktuellen Gastbeitrag in der «Basler Zeitung».

Das Nahe gefährlicher

Die Risikowahrnehmung weiche aufgrund von Verzerrungseffekten deutlich von den realen Risiken ab, hob sie hervor. Grossrisiken würden eher unterschätzt und kleinere Risiken eher überschätzt, hiess es weiter von der Ökonomin.

«Wir fürchten uns vor Terrorangriffen und Flugzeugabstürzen, obwohl Bewegungsmangel und Alkoholkonsum weitaus gefährlicher sind», machte sie die Situation anschaulich.

Die richtige Einschätzung von Unsicherheiten und Risiken sei für Menschen eben nicht ganz einfach. Dies sei aber entscheidend dafür, welchen Mut wir an den Tag legen.

Meistern der Komplexität

«Sowohl zu viel Mut als auch zu wenig Mut ist gefährlich» betonte die Uni-Rektorin. Die könne zu lebensgefährlichen Situationen sowie zu Apathie und Depressionen führen.

Mutige Gesellschaften beziehungsweise eine mutige Schweiz brauche es allerdings, um mit den zunehmenden Unsicherheiten dieser Welt umgehen zu können und deren Komplexität zu meistern, hob die 63-Jährige hervor.

«Wir müssen wieder lernen, mit mehr Unsicherheiten oder Risiken zu leben – und zwar nicht nur als Mensch, sondern auch als Land und als Gesellschaft», mahnte die Wissenschafterin. Dies brauche Courage.

Amerika besser dran

Die USA scheinen als Nation mutiger zu sein, als etwa die Schweiz oder Deutschland, wo wissenschaftlich eine grössere Risikoaversion vorherrsche.

Dies belege auch eine Entrepreneurship-Studie, wonach in der Schweiz lediglich 40 Prozent der Befragten angaben, die Gründung eines eigenen Unternehmens sei für sie eine attraktive Karriereperspektive. In den USA seien es immerhin 70 Prozent der Befragten gewesen.

Die Überwindung von Ängsten ist dabei noch gar nicht so viel erforscht, wie Schenker-Wicki weiter ausführte.

Konsequenzen antizipieren

Allerdings könne man lernen, mit seinen Unsicherheiten und Ängsten umzugehen und mutig zu sein. «Dies geht in erster Linie über zusätzliches Wissen und Training», erklärte die Professorin.

Je grösser das Wissen und die Erfahrung, desto kleiner werde die Unsicherheit, weil die Konsequenzen einer Handlung antizipiert oder eine Situation richtig eingeschätzt werden können.

Die Schweiz sollte sich basierend auf diesen Aussagen den Ängsten stellen, indem sie also entsprechende Kompetenzen erwirbt oder angsteinflössende Situationen antizipiert.

Mutlosigkeit bei Corona

Gesellschaften und Individuen brauchten Mut, um neue Dinge zu tun, Innovationen zu wagen, um den Wohlstand des Landes, aber auch die Zukunft des Planeten zu sichern, sagte die Wirtschaftswissenschafterin.

Dies sei besonders in den vergangenen zwei Jahren während der Coronavirus-Pandemie mit zunehmender Unsicherheit und Krisen sichtbar geworden, als sich Mutlosigkeit und Verzagtheit im Lande überall breitmachten.

Mit anderen Worten brauche es mutige Menschen, die helfen, die Gesellschaft, die sich immer mehr spalte, wieder zusammenzuführen.

Fortschritt bei Wirtschaft

Die Schweiz benötige logischerweise gut ausgebildete, unternehmerisch denkende, innovative und somit mutige Absolventen von Universitäten, die Unternehmen gründeten und Arbeitsplätze schaffen.

«Wir brauchen aber auch mutige Menschen, die sich für die Wahrheit einsetzen und sich Fake News oder Verschwörungstheorien entgegensetzen», führte sie in der «Basler Zeitung» mahnend aus.

Besser kann man den Sinn des Wirtschaftsnews-Portals muula.ch in Bezug auf die Ökonomie eigentlich kaum beschreiben.

Der Mut zur Wahrheit sei unabdingbar für den geistigen Fortschritt der Gesellschaft und ist somit von enormer Bedeutung für die Schweiz.

30.11.2022/kut.

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