
Die Arbeitslosigkeit steigt in der Schweiz leicht. Doch die Arbeitgeber finden weniger Gefallen an Ausländern, obwohl sie nachweislich weniger verdienen.
Am Schweizer Arbeitsmarkt lässt sich ein Phänomen beobachten.
Unternehmen und Behörden trennen sich vermehrt von Ausländern, wie aus den neuesten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco vom Donnerstag hervorgeht.
Rund 1000 Personen mehr
So legte die Zahl der arbeitslosen Ausländer von 70.211 Personen im September auf 71.092 Personen im Oktober zu.
Innerhalb eines Monats sind dies fast 1000 Ausländer landesweit mehr ohne Job.
Bei den Schweizern sank die Zahl der Arbeitslosen dagegen sogar von 70.269 auf 69.923 Personen.
Löhne unterschiedlich
Bei den Quoten zeigt sich der Effekt noch deutlicher. Die Arbeitslosenquote unter Ausländern stieg im Oktober um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent.
Bei den Schweizern sank der Wert aber um 0,1 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent.
Das ist ein erstaunlicher Effekt, weil Ausländer laut mehreren Untersuchungen weniger Geld verdienen als Einheimische.
Deutsche und Italiener glänzen
Hauptprobleme unter den arbeitslosen Ausländern zeigen sich bei Bulgaren, Rumänen und Afrikanern, wie muula.ch bereits mehrfach berichtete.
Die Anteile betrugen 7,7, 7,5 und 8,9 Prozent. Fast jeder zehnte Afrikaner ist also hierzulande arbeitslos.

Doch diesmal ist auch unter den Franzosen die Arbeitslosenquote auf 7,1 Prozent gestiegen. Im Vorjahresoktober hatte der Wert noch 6,4 Prozent betragen.
Bei Deutschen und Italienern lag die Arbeitslosenquote in der Schweiz im Oktober zum Vergleich lediglich bei 3,6 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent.
Unter den Personen aus Ex-Jugoslawien sanken die Arbeitslosenquoten laut den Detailangaben des Seco sogar teils markant.
Quasi Vollbeschäftigung
Insgesamt erhöhte sich im Oktober die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um lediglich 0,4 Prozent auf 141.015.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit um +4,3 Prozent, was aber nur 5800 Personen ausmacht und für eine so grosse Volkswirtschaft, wie jene der Schweiz, kaum eine Rolle spielt.
Die Arbeitslosenquote verharrte im Oktober 2026 bei undramatischen 3,0 Prozent. In der Schweiz sucht eben immer jemand einen Job.
Suche wird schwieriger
Im Oktober 2026 waren 40.462 offene Stellen bei den regionalen Arbeitslosenzentren RAV gemeldet, was rund 8,5 Prozent weniger als im Vormonat waren.
Im Vergleich zur Vorjahresperiode waren dies zwar immer noch +15,6 Prozent mehr offene Stellen.
Doch die Schweizer Arbeitgeber sind angesichts der unklaren Wirtschaftsentwicklung etwas vorsichtiger geworden – und im Zweifel trennt man sich von den Ausländern.
05.11.2026/kut.




