Schwarzer Tag für Krypto-Plattform Binance

Logo von Binance auf einem Bildschirm
Die Handelsplattform Binance verlor Milliarden von Krypto-Werten. (Bild: Vadim Art / unsplash)

Der weltgrösste Krypto-Handelsplatz Binance wurde Opfer eines fatalen Hackerangriffs. Mit vereinten Kräften bewältigt die Krypto-Welt die Sache.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es so weit kommen würde.

Die weltgrösste Handelsplattform für Kryptowährungen, Binance, gab am Freitag einen gigantischen Cyberangriff auf seine Systeme bekannt und musste reagieren.

Hilfe von Tether und Circle

So flossen laut der betroffenen Firma rund 6,3 Milliarden Dollar ab. Ein Lack an einem Notebook sei zudem bereits als Ursache identifiziert worden.

Doch rund 3 Milliarden Dollar an Geldern hätten zusammen mit Krypto-Partnern, wie den Stablecoin-Anbietern Tether und Circle, noch rasch eingefroren werden können, hiess es weiter.

Die Branche steht da also zusammen, um den Vorfall bewältigen zu können.

Gebühren für Notfälle zurückgelegt

Zwar sind Auszahlungen temporär gestoppt, doch Sorgen um ihre Vermögen müssen sich Krypto-Fans keine machen.

Binance bestätigte, dass dafür der SAFU-Sicherheitsfonds sowie eigene Mittel aufkommen würden.

Der Safu-Sicherheitsfonds ist eine Einrichtung, die Binance seit 2018 regelmässig mit Geld genau für solche Fälle füllt.

Von den Transaktionsgebühren flossen seit Jahren immer wieder Gelder in die Sicherungseinrichtung und derzeit befinden sich rund 1 Milliarde Dollar in Bitcoin darin.

Kriegsführung im Cyberspace

Zudem hat der Anbieter laut früheren Angaben auch Versicherungsschutz für den Fall, dass Hard-Wallets, Server oder eben Kundenkonten angegriffen würden.

Problematisch bei solchen Versicherungspolicen ist allerdings, dass Schäden aus Cyberangriffen durch staatliche Akteure oftmals ausgeschlossen sind, weil diese immer mehr als kriegerische Aktivitäten eingestuft werden.

Bei den Hackern auf die Binance-Plattform soll es sich um nordkoreanische Computerfachleute handeln, die bereits mehrere Cyberdiebstähle erfolgreich ausgeführt haben sollen.

Sie finanzieren den bettelarmen Staat auf der koreanischen Halbinsel.

Europa weniger betroffen

Europäische Binance-Nutzer sind weniger von der aktuellen Krise betroffen.

Die Europäer hatten Binance keine sogenannte MiCaR-Lizenz vergeben, weshalb die Plattform für Deutsche, Spanier, Franzosen und auch Schweizer ohnehin weniger interessant war.

Daher informieren die deutschsprachigen Seiten von Binance nicht von dem Cyberangriff. Schweizer Nutzer berichten auch von ganz normalen Auszahlungsvorgängen.

Vertrauen zurückgewinnen

Die Handelsplattform will zudem einen «Proof of Reserves» vorlegen, bei dem sich externe Auditoren davon überzeugen können, dass alle Kundengelder tatsächlich vorhanden sind und nicht nur in den Apps oder auf den Computerbildschirmen einfach angezeigt werden.

Alles in allem war es nur eine Frage der Zeit, wann ein neuer gigantischer Cyberangriff die Krypto-Welt erschüttern würde.

Doch gute Vorbereitung, eine transparente Kommunikation sowie das Zusammenstehen aller Beteiligten lässt die Bewältigung gut aussehen.

30.10.2026/kut.

Schwarzer Tag für Krypto-Plattform Binance

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