Ruag stürzt Schweiz in Cyber-Chaos

Logo und Fahne des staatlichen Rüstungskonzerns Ruag
Die Ruag zahlte Hackern ein Lösegeld und machte damit Appetit auf mehr. (Bild: PD)

Der Rüstungskonzern Ruag zahlte Hackern ein Lösegeld für gestohlene Daten. Nun weiten die Kriminellen ihre Angriffe aus, um noch mehr zu holen.

Viele Schweizer können über ihre Führungskader nur noch die Köpfe schütteln.

Der staatliche Rüstungsbetrieb Ruag MRO zahlte der Hackergruppe Akria unlängst Lösegeld, als diese bei einem Cyberangriff einige Daten entwendet hatten.

Pensionskasse betroffen

Das Verteidigungsdepartement hiess das Vorgehen nach einer Untersuchung gut, obwohl die Schweizer Regierung klar von Lösegeldzahlungen abrät.

Es war daher nur eine Frage der Zeit, wann die Cyberkriminellen die Schweiz erneut erpressen würden.

Für die Angreifer war es viel zu einfach, an Geld zu kommen.

Nun ist es so weit und Akria fordert erneut Lösegeld; diesmal für die Daten der Bundeseigenen Pensionskasse Publica, die unlängst bei einem Hackerangriff auf den Softwareanbieter PK Softech abgeflossen waren.

Mafiajäger und Elitesoldaten

Dabei sind nicht nur brisante Daten, wie die Kaderlöhne, Familienangehörige, Zivilstand, Beitrags- und Pensionszahlungen aller Bundesangestellten sowie der Mitarbeiter von Staatsfirmen betroffen.

Selbst Alt-Bundesräte seien unter den Opfern, hiess es.

Die Rede ist auch von aktiven und pensionierten Sicherheitskräften der Schweiz mit Transidentitäten, wie zahlreiche Medien berichteten.

Das heisst, Spione, Elitesoldaten, Mafiaverfolger & Co. im In- und Ausland sind quasi aufgeflogen. Der Supergau ist perfekt.

Schweigen im Walde

Für solche Informationen aus Pensionskassendaten dürfte die Schweiz bereit sein, viel Geld hinzulegen.

Es ergibt ja keinen Sinn, beim Rüstungsbetrieb des Bundes Ruag locker zu zahlen und bei der Vorsorgeeinrichtung des Bundes nicht.

Kritik kam aber auch umgehend an den Informationen des Bundes bezüglich des Cyberangriffs auf. Die Pensionskasse informierte Betroffene mit vagen Schreiben an, dass persönliche Daten abflossen sein könnten.

Der Bund selbst setzte eine Taskforce ein. Doch klar ist offiziell nicht viel.

Kritik von Finanzprüfern

Der Umgang mit Sicherheitsrisiken ist beim Bund teils fahrlässig, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle EFK just am Donnerstag in ihrem Untersuchungsbericht zur Prüfung der Sicherheit und Nutzbarkeit von Microsoft 365 bekanntgab.

Dabei sei die Einführung für die Finanzprüfer gut erfolgt.

Doch der Prozess zur Überprüfung der sicherheitsrelevanten Einstellungen ist nicht definiert und die geforderte Datensicherung auf eigenen Systemen der Bundesverwaltung ist noch nicht vorhanden, so die Kritik der EFK.

Monitoren im Darknet

Wie professionell eine Firma mit einem Cyberangriff umging, zeigte neulich das bekannte Auktionshaus Christie’s.

Die Firma versprach Betroffenen, darunter vielen gutbetuchten Kunstsammlern und Ultrareichen, ihre Identitäten im Darknet zu monitoren und gegebenenfalls über einen Missbrauch zu informieren beziehungsweise Gegenmassnahmen zu ergreifen.

Die Kosten dafür trug Christie’s. Der CEO wandte sich mehrfach persönlich an die Kundschaft. Die schlimme Situation wurde elegant gelöst und mittlerweile redet kaum noch jemand davon.

Vorbereitung auf Notfall

Heutzutage ist es ja auch nur noch eine Frage der Zeit, wann es Hackern gelingen wird, an Kunden-, Mitarbeiter- oder Firmen- beziehungsweise Behördendaten zu kommen.

Auf keinen Fall darf man Lösegeld zahlen, sondern muss sich gut auf solche Momente vorbereiten.

Doch die Bürger der Schweiz können da über ihre Beamten und vor allem das Führungskader nur die Augen rollen.

22.10.2026/kut.

Ruag stürzt Schweiz in Cyber-Chaos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert