
Russland stellte die Geschäfte von Nestlé auf seinem Gebiet unter staatliche Verwaltung. Dies hat nun fatale Folgen für den Schweizer Nahrungsmittelriesen.
Viele Politiker können sich die Folgen ihres Handelns kaum vorstellen.
So nahmen Europäer den Russen viele Geschäftsaktivitäten nicht weg, aber blockierten sie.
Eigentum bleibt bestehen
Der Kreml macht nunmehr das Gleiche mit westlichen Unternehmen.
Dabei traf es unlängst den Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit einem Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der einen externen Verwalter für die Geschäfte in Russland einsetzte.
Zwar gehören die Vermögen noch dem Konzern aus Vevey.
Doch einen Zugriff haben die Nestlé-Manager nicht mehr, weshalb das Unternehmen zur Publikation der Quartalszahlen bilanziell reagiert.
Umsatz noch konstant
Das Geschäft von Nestlé in der Russischen Föderation werde per Ende September 2026 entkonsolidiert, was heisst, aus den Büchern geworfen.
Hintergrund sei die Unterstellung unter eine vorübergehende externe Verwaltung im September 2026, hiess es am heutigen Donnerstag, obwohl Nestlé eigentlich um die Aktivitäten mit Babynahrung & Co. kämpfen wollte.
Dies Ausbuchung habe zwar keine Auswirkungen auf den Umsatz im dritten Quartal oder in den ersten neun Monaten, erklärte der Nahrungsmittelkonzern weiter.
Bilanziell heisst nämlich stichtagsbezogen. Die Einnahmen fallen aber in einer Periode an und dies hat sich mit den Anpassungen zum Quartalsende nicht geändert.
Währungsverlust belastet
Auf Jahresbasis habe das Russlandgeschäft von Nestlé rund 2 Prozent zum Umsatz der Gruppe sowie 3 bis 4 Prozent zum operativen Ergebnis sowie zum freien Cashflow der Gruppe beigetragen, machte das Unternehmen klar.
Im Zuge der Entkonsolidierung seien Nettovermögenswerte von rund 1,6 Milliarden Franken ausgebucht worden. Obendrein habe die Gruppe eine Belastung von rund 1,4 Milliarden für kumulierte Währungsumrechnungsdifferenzen verbucht.
Hintergrund ist, dass Firmen solche Wechselkursschwankungen in einer Position sammeln können und nicht jedes Mal einzelne Anpassungen vornehmen müssen.
Fliegen die Geschäfte aus den Büchern, kommt es aber zum Tag der Wahrheit.
Null Umsatzwachstum
Insgesamt belastet die Entkonsolidierung auch noch die Nettoverschuldung der Gruppe per Ende 2026 mit rund 900 Millionen Franken, so Nestlé zu Putins Dekret.
Politiker malen sich eben oft kaum aus, was ihre Entscheide für Konsequenzen in letzter Instanz haben können.
Für das Schweizer Unternehmen bleibt nur die Hoffnung, irgendwann die Geschäfte wieder in die Bücher nehmen zu können.
Alles in allem tritt Nestlé in den ersten 9 Monaten 2026 aber total auf der Stelle.
Das Umsatzwachstum lag bei 0 Prozent und die Erlöse kamen bei 65,9 Milliarden Franken zu erliegen.
22.10.2026/ena.




