
Beamte weiten ihre Betätigungsfelder gerne aus und als Paradebeispiel gelten Schweizer Steuerfahnder. Beim AIA ginge es nämlich auch völlig anders.
Die Mitteilung der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV klingt wie eine Erfolgsmeldung und eine Warnung zugleich.
Die Steuerbehörde der Schweiz habe 2026 mit 113 Staaten Informationen über Finanzkonten ausgetauscht, hiess es diese Woche in einem Communiqué.
Millionen an Daten abgefragt
Dies seien die 110 bisherigen Länder und Georgien, Moldau sowie die Ukraine seien noch hinzugekommen, erklärte die ESTV geschäftig.
Die Schweizer Steuerbeamten versandten im Rahmen des Automatischen Informationsaustausches (AIA) Informationen zu rund 4 Millionen Finanzkonten an die Partnerstaaten.
Gleichzeitig habe die ESTV vom Ausland aber Informationen zu rund 4 Millionen Finanzkonten erhalten, hiess es weiter.
Rasanter Ausbau
Im Vorjahr waren es «nur» 3,8 Millionen ausgesandte beziehungsweise «bloss» 3,5 Millionen erhaltene Informationsabfragen gewesen, wie muula.ch berichtete.
Gerade bei den abgefragten Informationen im Ausland lag die Arbeitssteigerung also diesmal bei rund 15 Prozent.
Im Jahr davor hatten die Schweizer Steuerbeamten allerdings schon 20 Prozent an «Mehr- beziehungsweise Schnüffelarbeit» diesbezüglich geleistet.
Kontrolle der Deklaration
Doch was bedeutet das?
Die Schweizer Beamten haben also ein neues Betätigungsfeld gefunden und fordern immer fleissiger Unterlagen über Steuerpflichtige bei ausländischen Geldinstituten an.
Diese müssen dann hierzulande aber nicht nur abgefragt, sondern auch noch ausgewertet und archiviert werden, was den Arbeitsaufwand immer mehr in die Höhe treibt.
«Dank den ausgetauschten Informationen können die kantonalen Steuerbehörden überprüfen, ob die Steuerpflichtigen ihre Finanzkonten im Ausland in der Steuererklärung korrekt deklariert haben», warnte die ESTV dienstbeflissen.
Das Communiqué ist also auch eine Mahnung an die Bürger, ja ehrlich zu sein.
Steuerschlupflöcher im Visier
Der Schweizer Staat hat dabei aber vor allem Mehreinnahmen im Blick und dafür sind ihm alle Mittel recht, sogar die Abschaffung des Vertrauens zwischen dem Staat und seinen Bürgern.
Mit immer mehr steuerpflichtigen Ukrainern in der Schweiz, ist die Ausweitung des AIA auf die Ukraine also nur logisch.
Im Vorjahr waren Kenia und Thailand hinzugekommen – auch beliebte Auswandererländer für Schweizer Pensionäre und potenzielle Steuerhinterzieher.
Vertrauen in Steuerehrlichkeit
Dass es auch anders geht, verdeutlicht das Vorgehen von 13 Partnerstaaten.
Sie liefern Informationen an die Schweiz, wenn Steuerbeamte etwas über Bewohner wissen wollen.
Doch die 13 Länder verzichten freiwillig auf eine Schweizer Datenlieferung und nutzen nicht alle Möglichkeiten, welche sich mit dem AIA bieten.
Mit anderen Worten: Die Steuerbehörden dieser 13 Länder glauben an die ehrliche Deklaration ihrer Bürger und verzichten auf Zusatzkontrollen, die am Ende auch nur die Bürokratie immer mehr in die Höhe schrauben.
18.10.2026/kut.




