Nur das Badrutt’s Palace glänzt noch für die Schweiz

Das Badrutt's Palace in St. Moritz
Das Hotel Badrutt’s Palace glänzt mit seiner Qualität weltweit. (Bild: E. Surbeck / pixabay)

Die Schweizer Hotellerie zählt nicht mehr zu den Besten der Welt. Selbst Länder, wie Italien und Brasilien, haben mittlerweile bessere Luxusherbergen.

Was macht ein Nobelhotel aus?

Es ist nicht der hohe Preis für eine Übernachtung oder ein historisches Gebäude, sondern konsistent hohes Niveau in Service, Ausstattung und individueller Betreuung, oft bevor ein Gast überhaupt einen Wunsch äussert.

Smart-Home-Technik überall

Antizipierter Service geht dabei meist mit hohen Personalquoten und permanente Verfügbarkeit quasi Rund-um-die-Uhr von Concierge, Buttler & Co. einher, die auch die Präferenzen ihrer Gäste kennen und sie proaktiv umsetzen.

Die Zimmer und Suiten von Nobelherbergen müssen geräumig und aus edlen Materialien bestehen. Das Bett liefert Übernachtungsgästen solch einen Komfort, dass sie gar nicht mehr herauskommen wollen.

Mittlerweile hat aber in Luxushotels auch Smart-Home-Technik vielerorts Einzug gehalten, was eine intuitive Steuerung von Licht, Raumklima und Entertainment ermöglicht.

Schweiz weit abgeschlagen

Hinzu kommen in der Sternehotellerie logischerweise Gastronomie, Kulinarik, die Lage, Wellness, Gym, Spa, Valet-Parken und rasantes WLAN.

Doch wo in der Schweiz konnten Gäste bei all diesen Punkten guten Gewissens ein Häkchen machen?

Top-10-Hotels der Welt
Die Top-10-Hotels der Welt im Jahr 2026. (Screenshot: muula.ch)

Nun fand die Jury aus Experten, die seit ein paar Jahren weltweit «The World’s 50 Best Hotels» ermitteln, dass nur das Badrutt’s Palace in St. Moritz dazugehört, wie sie diese Woche bekanntgaben.

Die Nobelherberge stieg zum Vorjahr sogar noch einige Plätze auf und landete unter den Besten 50 Hotels der Welt auf Rang 36.

Weltspitze verpasst

Kein anderes Luxushotel vom Zürcher Baur au Lac oder dem Mandarin Oriental Zürich Savoy bis hin zu den Genfer Nobelherbergen Hotel Wilson beziehungsweise das Four Seasons des Bergues oder der Beau-Rivage Palace in Lausanne schafften es überhaupt in die engere Auswahl.

Auch das Bürgenstock Resort, das Chedi in Andermatt oder das Park Hotel Vitznau am Vierwaldstättersee gehören zur Weltspitze.

Kalter Kaffee als Realität

All dies merken Gäste in der Schweiz ziemlich schnell, wenn sie beispielsweise nur mal einen Kaffee bestellen und dazu banalen Milchschaum separat haben wollen.

Wenn die Schweizer Bedienung den Wunsch mangels Sprachkenntnisse überhaupt versteht, wird am Ende meist nur Kaffeesahne oder etwas heisse Milch ohne Schaum geliefert.

Reklamiert ein Gast, bekommt er zwar den Milchschaum nachgeliefert, doch in der Zwischenzeit ist der Kaffee kalt geworden.

Tägliches Kostensparen

Von Service auf Spitzenniveau ist die Schweiz mittlerweile Lichtjahre entfernt.

Da ist noch gar nicht von Energiesparlampen, Wasser-Stopp in den Badezimmern, billigen Aushilfskräften & Co. die Rede, die häufig in Schweizer Luxushotels aufgrund des Kostendrucks anzutreffen sind.

muula.ch bekommt fast täglich Kundenbeschwerden bei Schweizer Luxushotels mit, bei denen sich teils die Haare sträuben.

Oft sind Führungsschwäche und fehlendes Training die Hauptursachen.

Luxusreisende stimmen mit

Auf Platz 1 der besten 50 Hotels weltweit landete erneut das Rosewood Hotel in Hongkong gefolgt vom Capella Hotel Bangkok und dem Four Seasons Bangkok at Chao Phraya River.

Unter den Top-10 sind aber nicht nur Hotels aus Asien, wo die Freundlichkeit quasi in die Wiege gelegt wird, sondern auch das Boutique Hotel Passalaqua am Comer See, das Atlantis The Royal in Dubai, das Rosewood in Sao Paolo und das Chablé Yucatán im mexikanischen Chocholá.

Italien und Brasilien ziehen also sogar an der Schweiz vorbei.

Kriterien bei der Auswahl der Top-Hotels weltweit
Ein Drittel Luxusreisende entscheiden. (Screenshot: muula.ch)

In das Ranking gelangen immer auch wieder neue Luxushotels auf Spitzenplätzen, weil in der Jury auch ein Drittel an Reisejournalisten und ein Drittel Luxusreisende sitzen, die es bis in die letzten Winkel der Welt zieht.

Harter Konkurrenzkampf

Das Badrutt’s Palace Hotel reisst es 2026 für die Schweiz nun heraus, weil es vom Platz 52 im Vorjahr auf Rang 36 aufgestiegen ist.

Klar sind die Unterschiede auf diesem Niveau oft gering, doch spürbar sind sie schon.

Im Jahr 2023 war das 5-Sterne-Haus in St. Moritz noch auf Rang 43 zu finden gewesen. Im Jahr 2024 hatte es nicht ein einziges Schweizer Hotel in die Top-Liste geschafft.

Die Schweizer Hotellerie muss demnach hart an sich arbeiten – die Konkurrenz schläft weltweit nämlich nicht.

20.09.2026/kut.

Nur das Badrutt’s Palace glänzt noch für die Schweiz

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