Backwarenkonzern Aryzta im freien Fall

Backwaren
Backwaren von Aryzta sind in Deutschland weniger gefragt. (Symbolbild: M. Hassouna / unsplash)

Der Aryzta-Konzern schwächelt mit seinen Backwaren ausgerechnet im Hauptmarkt Deutschland. Die Investoren nehmen in Scharen lieber Reissaus.

Der Backwarenkonzern Aryzta hat mit der Publikation seiner Semesterresultate die Börse geschockt.

Die Titel des Herstellers von Brot, Brötchen, Croissants & Co. sackten am Montag sofort um rund 14 Prozent ab.

Organischer Umsatzeinbruch

Am Morgen hatte das von Urs Jordi als CEO ad interim und Verwaltungsratspräsident geführte Unternehmen einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro bekanntgegeben.

Das organische Wachstum hatte sogar bei -2,7 Prozent gelegen, wie Aryzta schrieb.

Aryzta Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr 2026
Währungsentwicklungen spielten Aryzta diesmal in die Hände. (Screenshot: muula.ch)

Der Konzerngewinn sank gegenüber dem Vorjahressemester um rund 1,1 Prozent auf 45 Millionen Euro.

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital, eine der wichtigsten Kennzahlen für Firmen, reduzierte sich um fast 2 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent.

Doch zum grössten Markt, Deutschland, hiess es, die Kundschaft sei sehr preissensibel und mehr Backkapazität sei in den Markt eingetreten.

30 Prozent des Konzerns abstossen

In der Vergangenheit hatte Aryzta stets mit Preiserhöhungen geglänzt, wie muula.ch berichtete.

Offenbar lassen sich nun aber gerade die Deutschen nicht mehr alles an der Preisfront gefallen, wie der Rückgang beim Aryzta-Umsatz erkennen lässt.

Für den deutschen Markt würden alle Optionen geprüft, hiess es am Montag weiter.

Dies bedeute auch, einen Verkauf der Landesgesellschaft in Erwägung zu ziehen. Doch hierbei erwirtschaftet Arzyta rund 30 Prozent seines Konzernumsatzes.

Machtmensch bekommt Denkzettel

Jordi ist auch in der wichtigsten Frage für den Backwarenkonzern, der Nachfolge des geschassten CEO Michael Schai, bisher offenbar nicht weitergekommen.

Unterschiedliche Ansichten über die Strategie hatten schon kurz nach Amtsantritt zur Trennung geführt.

Der markante Einbruch des Aktienkurses verdeutlicht aber, dass die Eigentümer der Firma mit dem Kurs von Jordi auch nicht einverstanden sind.

10.08.2026/kut.

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