
In Basel sind zwei Dutzend Menschen von Legionellen betroffen und eine Person verstarb sogar. Wird dies ein teurer Schadenfall für die Assekuranz?
Die E-Mail an die Redaktion muula.ch war kryptisch.
«Kurzfristige Einladung zu einer Medienkonferenz», hiess es.
Ein älterer Mann verstorben
Absender war das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt.
Aktuell bestehe eine aussergewöhnliche Häufung von Krankheitsfällen mit Legionellose, hiess es dabei am Montag zunächst lediglich.
Später wurde jedoch klar, dass sich über zwei Dutzend Personen diesbezüglich ins Spital begeben mussten. Ein älterer Mann verstarb sogar; sieben Betroffene lagen auf der Intensivstation.
«Die wahrscheinlichste Ansteckungsquelle konnte gemäss aktuellem Stand eruiert und eliminiert werden», erklärte die von Lukas Engelberger geführte Gesundheitsbehörde weiter.
Drei Manor-Mitarbeiter betroffen
Am heutigen Dienstag publizierten die Tamedia-Zeitungen, wie «Tages-Anzeiger», «Basler Zeitung» & Co., dass sich die 20 Männer und 6 Frauen von zwei Kühltürmen auf dem Dach des Manor-Hauptsitzes an der Rebgasse in Kleinbasel mit der Legionärskrankheit angesteckt haben dürften.
Das Unternehmen erklärte, die Anlage sei mittlerweile abgeschaltet worden. Zudem seien drei Manor-Mitarbeiter von den möglichen Symptomen einer Lungenentzündung betroffen.
Durch Einatmen von infiziertem Wasser, das aus den Kühlanlagen verdunstet, können Menschen mit Legionellen befallen werden.
Die Inkubationszeit beträgt zwischen 2 und 10 Tage und kann zu Lungenentzündungen mit Todesfolge führen.
Schäden gehen in Millionen
Wer zahlt nun für die Opfer?
Falls Manor wirklich verantwortlich für das Desaster ist, was bisher in keinster Weise erwiesen ist, dürfte es teuer für den Warenhaus-Konzern werden. Der Vorfall könnte auch den Immobilienbesitzer zurückfallen.
Tage auf der Intensivstation, Rettungsflüge, Ambulanzeinsätze, Antibiotika, ein Todesopfer, die Behördenarbeit, Lohnausfall und und und könnten in die Millionen gehen.
Womöglich trifft es aber auch die Schweizer Assekuranz, falls Manor oder der Gebäudebesitzer bezüglich solcher Schadenfälle eine Haftpflichtpolice hat.
Geht es um sehr grosse Beträge, könnte sogar die Rückversicherungsbranche tangiert sein, weil ein Ereignis die Ursache für den Schaden war.
Weitere Untersuchungen
Noch ist die Frage der allfälligen Haftung aber zweitrangig, weil die Genesung der Betroffenen im Vordergrund steht.
Auch die Basler Behörde hielt sich vornehm mit Schuldzuweisungen zurück. Es seien noch mehr Kühltürme untersucht worden, hiess es gegenüber Medien.
Doch die darin bisher gefundenen Bakterien seien unbedenklich. Die korrekte Wartung solcher Anlagen steht aber auch auf der Agenda zur Prüfung.
Meldepflicht und Klimawandel
In Basel-Stadt soll sich nun der Staat auch noch gleich um noch mehr Dinge kümmern.
Die linke Politik forderte umgehend eine Meldepflicht für solche Kühltürme.
Und Gesundheitsdirektor Engelberger machte dann kryptisch allen Ernstes auch noch den Klimawandel für die Probleme in seinem Kanton verantwortlich.
Genauso, wie die kryptische E-Mail mit der Einladung zu einer dringenden Medienkonferenz.
04.08.2026/ena.



