VBS deckt Lösegeldzahlung der Ruag

Logo des staatlichen Rüstungskonzerns auf einem Gebäude in Emmen
Die staatliche Ruag kooperierte mit Cyberkriminellen. (Bild: PD)

Der Rüstungskonzern Ruag kaufte sich bei einem Cyberangriff frei, obwohl der Bund gegen solche Zahlungen ist. Das Verteidigungsdepartement segnet es ab.

Dinge gibt es in der Schweiz, die gibt es gar nicht.

Da zahlt zunächst der staatliche Rüstungskonzern an Cyberkriminelle ein Lösegeld, um sich entgegen den Empfehlungen des Bundes freizukaufen. Das ist schon ein Skandal.

Als operative Tätigkeit klassifiziert

Doch dann leitet das Verteidigungsdepartement VBS eine Untersuchung zu der Cyberattacke auf die Ruag-Tochtergesellschaft in den USA durch die Hackergruppe Akira ein, und die Ergebnisse werden nur per Communiqué bekanntgegeben, ohne den Untersuchungsbericht sowie die gezahlte Summe zu publizieren.

Das ist ein weiterer Skandal.

Als privatrechtlich organisierte Aktiengesellschaft trage die Ruag MRO die Verantwortung für ihre operativen Geschäftsentscheide, teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am heutigen Dienstag mit.

Darunter würde auch die Zahlung eines Lösegeldes fallen, hiess es überraschend weiter.

Verwaltungsrat versagt

Eine vorgängige Zustimmung des Bundes als Eigner sei daher nicht erforderlich gewesen, erklärte das von Mitte-Bundesrat Martin Pfister geführte Verteidigungsministerium zu der Geheimuntersuchung.

Lediglich eine koordinierte Information gegenüber dem Bund wäre angebracht gewesen, hiess es weiter. 

Die strategischen Ziele des Bundesrates sähen eine Information vor einer öffentlichen Kommunikation vor.

Doch daran hat sich der Verwaltungsrat offensichtlich nicht gehalten, wie muula.ch zu dem Vorfall berichtete.

Teil der Auswirkungen missachtet

Geschäfte von grosser Tragweite, selbst wenn sie geldmässig nicht so hoch sind, müssten mit dem Eigentümer jedoch abgestimmt werden, lauten die Regeln.

Politische und reputationsbezogene Auswirkungen habe der Rüstungskonzern vernachlässigt und sich nur auf rechtliche und ökonomische Überlegungen bei dem Cyberangriff konzentriert, erklärten die Verantwortlichen zur Situation lediglich lapidar.

Das ist eigentlich noch ein Skandal.

Mehrfach Steuergeld verbraten

Sowohl das VBS als auch der Bund würden unverändert an ihrer Empfehlung festhalten, im Falle von Cyberangriffen kein Lösegeld zu zahlen, erklärte die Schweiz weiter.

Der Staatsbetrieb, der schon wegen dubioser Panzer-Geschäfte in der Öffentlichkeit aufgefallen ist, soll damit dennoch einfach zur Tagesordnung übergehen können.

Der Schweizer Staat empfiehlt etwas, doch seine Schergen müssen sich daran nicht halten.

Fehlverhalten ohne Konsequenzen

Die Schweiz zahlt Kriminellen viel Steuergeld und legt mit einer vom Volk bezahlten Untersuchung noch nach, die dann aber geheim bleibt.

Und dann gibt es Verfehlungen, aber niemand muss die Konsequenzen tragen.

Dinge gibt es in der Schweiz, die gibt es gar nicht.

04.08.2026/kut.

VBS deckt Lösegeldzahlung der Ruag

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