
Kontrollen zeigen regelmässig, wie schlecht das Schweizer Messgesetz beachtet wird. Die Qualität rutscht nun weiter ab und ein Kanton fällt negativ auf.
Jedes Jahr gehen der Schweizer «Messpolizei» zahlreiche Übeltäter ins Netz.
Diese schnappen sich Vollzugsbehörden bei Kontrollen an Waagen im Detailhandel, Tanksäulen, an Elektrizitätszählern und akustischen Messmitteln.
Viele Falschmessungen
Im Jahr 2025 konnten die Kantone 97,9 Prozent aller eichfälligen Messmittel eichen, was zwar einen kleinen Fortschritt zu 2024 mit 97,2 Prozent darstellte.
Doch im vergangenen Jahr mussten 10,7 Prozent beanstandet werden; im Jahr 2024 waren es «nur» 9,9 Prozent gewesen, wie das Eidgenössische Institut für Metrologie Metas diese Woche bekanntgab.

Auch in der Stromversorgung funktionieren viele Messungen nicht korrekt.
Im elektrischen Versorgungsnetz der Schweiz sind in den Haushalten, beim Gewerbe und in der Leichtindustrie etwa 5,8 Millionen Elektrizitätszähler installiert.
Tausende Falschzählungen
Im Jahr 2025 prüften die von Metas ermächtigten Eichstellen für Elektrizitätszähler mit 584.921 Zählern deutlich weniger als in den Vorjahren.
Doch 17.442 Zähler seien in zehn Prüflosen zu beanstanden gewesen, hiess es im Gesamtbericht der Behörde.

Früher prüfte die Messpolizei viel mehr Elektroanlagen und fand damals deutlich weniger Fehler.
Im Jahr 2020 und 2023 lagen die Missstandsquoten nur bei 1,1 Prozent und waren weniger als halb so hoch.
Das Abrutschen der Schweiz in der Stromwirtschaft um Axpo, CKW, Alpiq, Repower, IWB & Co. kommt da zum Vorschein. Eigentlich sollten sich Kunden darauf verlassen können, dass die Stromzähler korrekt funktionieren.
Doch mit dem aktuellen Stichprobenwert von 2,7 Prozent auf den Gesamtbestand hochgerechnet gibt es hierzulande sage und schreibe 156.600 Elektrizitätszähler, die tagtäglich falsch messen.
Bern im Rampenlicht
Die kantonalen Vollzugsbehörden mussten im Berichtsjahr sogar 12 Verzeigungen durchführen.
Doch 9 davon betrafen den Kanton Bern, wie aus dem Metas-Jahresbericht weiter hervorgeht. Dort liegt offenbar Einiges bezüglich Messungen im Argen.
In Zürich, Basel-Stadt und Luzern waren es jeweils eine Anzeige gewesen.
Besserungen bei Fertigpackungen
Die Unternehmen, welche Produkte abfüllen, leisten dagegen hierzulande gute Arbeit.
Wie die Prüfbeamten feststellten, stimmten die Mengenangaben im Handel oftmals.

Im Jahr 2025 wurden 5968 Lose von Fertigpackungen gleicher Füllmenge bei industriellen Herstellern, Importeuren und gewerblichen Produzenten kontrolliert, was nahezu identisch mit dem Jahr 2024 ist.
Die Anzahl der aus metrologischen Gründen beanstandeten Lose betrug nur 358, also rund 6,0 Prozent.
Diese Beanstandungsquote sei im Vergleich zu den vergangenen Jahren gesunken, was zumindest hierbei eine positive Entwicklung in der doch teils so unpräzisen Schweiz darstellt.
10.05.2026/kut.





