
Zahlungskräftige Ausländer treiben die Preise von Luxusimmobilien. Die Schweiz dürfte aus drei Gründen auch weiterhin ein Magnet bleiben.
Die Preise von Luxusimmobilien haben sich weiter erhöht.
An Top-Destinationen gingen die Raten um rund 3 Prozent nach oben, wie die Grossbank UBS am Mittwoch in ihrer jährlichen Analyse bekanntgab.
Teils über 100.000 Franken je m2
Die Bergregionen seien die teuersten Standorte für Luxusliegenschaften, hiess es weiter.
St. Moritz führe die Rangliste mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von rund 52.000 Franken an. In Gstaad und Verbier müssten Käufer mit Durchschnittspreisen von etwa 45.000 Franken pro Quadratmeter rechnen, so die Bankexperten.
Doch es geht im extrem gehobenen Preissegment immer noch mehr. Beispielsweise würden in St. Moritz und Gstaad vereinzelt Quadratmeterpreise von über 100.000 Franken erzielt, erklärte die letzte Schweizer Grossbank weiter.

Diese Entwicklung sei vor allem von zahlungskräftigen Käufern aus dem Ausland getragen worden. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre seien die Preise jährlich um knapp 4,7 Prozent gestiegen.
Ein wesentlicher Preistreiber war die starke Entwicklung an den Börsen – entsprechend stiegen die Vermögen und mit ihnen die Zahlungsbereitschaft für hochpreisige Immobilien spürbar an.
Im Vorjahr war die UBS von einer Konsolidierung für 2025 ausgegangen, wie muula.ch berichtete. Doch der Börsenboom hielt offenbar auch die Nachfrage hoch.
Zürichsee im Mittelfeld
Die höchsten Preise ausserhalb der Bergregionen würden in Cologny am Genfersee erzielt, mit durchschnittlich 43.000 Franken pro Quadratmeter.
Küsnacht sei mit durchschnittlich 37.000 Franken pro Quadratmeter der teuerste Luxusimmobilienstandort am Zürichsee.
In den übrigen Seegemeinden sowie im Kanton Zug bewegen sich die Preise zwischen 30.000 und 35.000 Franken, erklärte die UBS weiter.
Ausländer zahlen 60 Prozent mehr
St. Moritz führt – begünstigt durch den starken Schweizerfranken – auch den Preisvergleich der internationalen Standorte an.
Monaco und Aspen folgen diesmal auf den Plätzen zwei und drei.
In diesen drei Destinationen liegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Luxusimmobilien bei mindestens 60.000 Dollar.
Im Vorjahr war Aspen im US-Gliedstaat Colorado noch auf Platz 1.

Für ausländische Investoren verteuerten sich Schweizer Immobilien seit 2019 – in Euro oder US-Dollar gerechnet – um rund 60 Prozent, was die Nachfrage zwar etwas dämpft.
Doch die Erwartung einer langfristigen Frankenaufwertung und weiterer Immobilienwertzuwächse dürften diesen Effekt ausgleichen, erwarten die UBS-Experten.
Politische Stabilität und Sicherheit
Die grössten Risiken für eine sinkende Zahlungsbereitschaft sind demzufolge eine anhaltende Börsenbaisse und eine Rezession.
Auch eine Verschärfung der sogenannten Lex Koller, also das Erschweren von Immobilienkäufen von Ausländern, könnte den Schweizer Markt vom Wachstumspfad bringen
Rund 80 Prozent der jährlichen Transaktionen im gehobenen Segment sind schliesslich Eigentumswohnungen, wie das Geldhaus angibt.

Die weltweite Nachfrage nach Luxusliegenschaften dürfte sich künftig wieder verstärkt auf traditionelle Luxusstandorte mit steuerlichen Vorteilen, hoher politischer Stabilität und ausgeprägten Sicherheitsstandards konzentrieren.
Die Schweiz bleibe bei diesen drei Kriterien ein Magnet für internationale Käufer im Luxussegment, gab sich die UBS überzeugt.
06.05.2026/kut.





