
Die neue Wohnschutzverordnung in Basel-Stadt akzentuiert den Niedergang der Bautätigkeit. Zürich zeigt dagegen, wie es geht, und doch droht dort Unheil.
Strenge staatliche Markteingriffe funktionieren oftmals nicht.
Dies zeigt sich besonders eindrücklich am Wohnungsmarkt der Schweiz, wo Regulierung die Wohnungsnot nicht lindern, sondern verschärfen.
Rückstand bei Renovationen
Als Beispiele können die Kantone Genf und Basel-Stadt dienen.
Seit 1983 gibt es in Genf eines der strengsten Wohnraumgesetze der Schweiz, und danach geht die Neubautätigkeit zurück und ein Rückstand bei Renovierungen tritt ein.
Am Rheinknie ist die Entwicklung noch deutlich sichtbarer. Der Niedergang der Bautätigkeit in Basel-Stadt halte nicht nur an, er akzentuiere sich im Jahr 2025 sogar.
Basel rutscht ab
Ein Vergleich der Perioden vor und nach der Inkraftsetzung der Basler Wohnschutzverordnung im Jahr 2022 zeigt einen Einbruch der Anzahl Wohnungen, für die ein Baugesuch eingereicht wurde, um nicht weniger als 80 Prozent.
Dies teilte der Interessenverband der Immobilienwirtschaft Svit am Dienstag mahnend mit.

2025 waren es laut einer Analyse des Svit mit dem Hauseigentümerverband Hev Schweiz gerade noch Gesuche für 105 Wohnungen, während der Höchststand im Beobachtungszeitraum bei 1074 Wohnungen im Jahr 2018 lag.
Unter den grossen Städten der Deutschschweiz ist Basel nun sogar das Schlusslicht. Ab 2023 ging es rasant bergab.
Rentabilität sinkt
Basel-Stadt habe mit der Verschärfung des Mieterschutzes die Bautätigkeit fast komplett abgewürgt, hiess es weiter.
Immobilieneigentümer machten die Rechnung, ob und wie sie Investitionen in ihre Liegenschaften amortisieren können, und kommen zum Schluss, dass Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen nicht mehr rentabel seien, lautete die Warnung.
Klar, unattraktivere Bedingungen für Immobilienbesitzer lassen den Preis der Liegenschaften im Wert sinken.
In Basel wartet man ebenfalls auf die Realisierung von Grossprojekten (Dreispitz, Klybeckplus), die eine gewisse Entspannung bringen könnten. Bis zur Fertigstellung der ersten Wohnungen werden jedoch noch Jahre vergehen.
Selbst Nullwachstum kritisch
Im gleichen Zeitraum gingen die Neubaugesuche in Zürich mit dem günstigen Zinsumfeld um rund 33 Prozent nach oben.
Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, dass die Gesuchszahlen in Zürich seit 2019 tendenziell ebenfalls rückläufig sind.
Der Ausreisser nach oben im Jahr 2024 von 5300 Wohnungen verfälsche das Bild etwas.

Eigentlich wäre es auch ein Nullwachstum, denn die Nettoproduktion von Wohnungen geht seit Jahren in der Schweiz zurück, obwohl die Nachfrage mit der Migration steigt.
Regulierung nützt nicht
In Zürich soll sich à la Genf und Basel mit der Wohnschutz-Initiative nun alles zum Besseren wenden.
Doch die Entwicklungen am Rhein und an der Rhône verdeutlichen, dass sich mit den Markteingriffen die ganze Sache nur noch verschlimmert.

Es trägt nicht zur Linderung der Wohnungsnot bei, wenn Neubauten gebremst, Renovationen erschwert und Investitionen unattraktiv gemacht werden.
Staatliche Markteingriffe bringen bekanntermassen neue Probleme. Um das Angebot an Wohnungen zu steigern, muss es weniger Regeln geben.
Und nur, die aktuellen Immobilienbesitzer mit Neuverordnungen zu schröpfen, nützt gleich mal gar nichts.
05.05.2026/kut.





