Schweiz muss Zürich «Danke» sagen

Ein Blick über Zürich mit den Alpen im Hintergrund
Der Kanton Zürich ist der Wirtschaftsmotor der Schweiz. (Bild: H. Ferreira / unsplash)

Die Schweizer Volkswirtschaft bestimmen so richtig nur vier Kantone. Wichtig sind private Aktivitäten, und der Weltfussballverband Fifa ist da spürbar.

Die kantonalen Beiträge der Kantone zur Schweizer Volkswirtschaft variieren erheblich.

Bemerkenswert sei, dass die vier Kantone Zürich, Bern, Waadt und Genf kumuliert beinahe die Hälfte des Schweizer Bruttoinlandprodukts BIPs erwirtschaften.

Basel und Luzern nur Mittelfeld

Dies teilte die Zürcher Kantonalbank ZKB am heutigen Montag zu einer neuen Analyse mit.

Die elf grössten der 26 Kantone zusammen lieferten 80 Prozent des BIPs und die übrigen 15 Kantone trügen nur 20 Prozent zum gesamtschweizerischen Resultat bei.

BIP-Anteile der Kantone zur Gesamtschweiz laut ZKB

Beim Blick auf die Grafik fällt auf, dass selbst Basel-Stadt mit der grossen Pharmaindustrie um Roche, Novartis, Sandoz & Co. nur auf dem 7. Rang landet.

Die Luzerner werden von den Tessinern überholt und lassen ein völlig anderes Bild auf Zentralschweizer Unternehmen wie den Milchverarbeiter Emmi oder den Aufzug-Bauer Schindler scheinen.

16 Prozent mehr BIP pro Kopf

Auf kantonaler Ebene erbringt Zürich mit 21 Prozent die grösste wirtschaftliche Leistung und Wertschöpfung der Schweiz.

Die Wertschöpfung pro geleisteter Arbeitsstunde lag 5 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt.

Auch das BIP pro Kopf lag in Zürich mit 104.000 Franken etwa 16 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt von 90.000 Franken.

Der Kanton an der Limmat verfüge dabei über einen überdurchschnittlich grossen Tertiärsektor, der allein fast ein Viertel der gesamtschweizerischen Wirtschaftsleistung im Dienstleistungssektor umfasse, so die ZKB.

Es seien auch die Dienstleistungsbranchen, die am meisten zum Zürcher BIP-Wachstum beitrügen, hiess es weiter. Damit sind auch Finanzservices um Banken, wie UBS, ZKB & Co. gemeint.

Privatwirtschaft im Vordergrund

Dabei stützen die staatlichen Dienstleistungssektoren mit rund 15 Prozent des BIP das Wachstum in der Regel mit einem kleinen Wachstumsbeitrag, erklärte die Staatsbank freudig.

Für das Zürcher Wachstum entscheidend seien vor allem die privaten Dienstleistungen mit rund 70 Prozent des lokalen BIP, so die ZKB weiter.

Zürichs durchschnittliches Wachstum zwischen 2008 und 2022 lag mit 1,3 Prozent allerdings tiefer als jenes der Schweiz mit 1,7 Prozent.

Aufgrund seiner Wirtschaftsstruktur sei in Zürich der Dienstleistungssektor übervertreten und der beschäftigungsintensive Service-Bereich habe typischerweise tiefere Wachstumsraten als der Industriesektor, so das Fazit der staatlichen Bankexperten.

Boom alle vier Jahre

In Zürich kommt aber noch ein Schwankungseffekt hinzu.

Der Weltfussballverband Fifa hat seinen Hauptsitz in Zürich und daher verbucht die Organisation alle vier Jahre durch den Verkauf von Übertragungs- und Markenrechten bei Weltmeisterschaften hohe Einnahmen.

Für den Kanton Zürich sorgen diese Einnahmen für Schwankungen des BIP.

Konkret beeinflusst die Fussball-Weltmeisterschaft der Männer die Wachstumsrate des Zürcher BIP alle vier Jahre asymmetrisch.

In einer groben Berechnung macht der Sport-Event-Effekt in Zürich zwischen 0,7 und 1 Prozentpunkten aus – der Fifa sei Dank, und die Schweiz muss Zürich danken.

27.04.2026/kut.

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