
Die staatliche Swisscom erhöhte die Tarife für Schweizer Firmen schon stark. Doch ab Juli kommt noch ein gigantischer Preisschock auf die Schweiz zu.
Staatsbetriebe sind eigentlich für die Menschen und Unternehmen eines Landes da. Sollte man meinen.
Doch in der Schweiz ist dem teils nicht so, wie die staatliche Swisscom derzeit eindrücklich zeigt.
Milliardenexpansion im Ausland
Der Telekomkonzern hat bereits mehrere Gewinneinbrüche wegen des Milliardenzukaufs von Vodafone Italia für rund 8 Milliarden Euro erlitten.
Dafür mussten dann Schweizer KMU leiden, denn der Staatskonzern erhöhte ihnen die Tarife, wie muula.ch berichtete.
Ein Swisscom-Sprecher protestierte dann umgehend über die Berichterstattung, obwohl sie noch nicht einmal alle Preisaufschläge erfasst hatte.
Dreistellige Prozentaufschläge
Doch was nun passiert, ist kaum zu glauben.
Wer nämlich die aktuellen Rechnungen von Swisscom genau anschaut, erhält einen weiteren Hinweis auf «Anpassungen per 1. Juli 2026».
Über einen separaten Link erfahren Firmenkunden von teils exorbitanten Preiserhöhungen bei dem Staatsbetrieb.
So kostet eine Minute innerhalb eines Nachbarlandes der Schweiz künftig 99 Cent statt wie bisher 42 Cent die Minute ohne Mehrwertsteuer.
Im «Rest der Welt» und bei «Global Plus» erhöhen sich die Swisscom-Preise von 1,06 auf 2,79 Franken je Minute. Das ist mehr als eine Verdopplung.
Roaming extrem teuer
Auch bei Anrufen von Europa in die Heimat schlägt der Staatsbetrieb massiv seine Tarife auf. Eine Minute kostet nicht mehr 42 Rappen, sondern auch 99 Rappen ohne Mehrwertsteuer.
Selbst wer angerufen wird, also beim sogenannten Roaming, hat ab Juli 2026 mit Mehrkosten zu rechnen.
Die Tarife erhöhen sich fast um 300 Prozent, wie aus der Tabelle hervorgeht und sich Geschäftskunden aber selbst ausrechnen müssen.

Die Preise steigen von 25 auf 99 Rappen je Minute in Europa, wobei die Mehrwertsteuer auf diese Tarife noch hinzukommt.
Anrufe von der Schweiz ins Ausland werden auch teurer: In die Nachbarländer erhöhen sich die Kosten von 0,56 auf 1,19 Franken je Minute zuzüglich Mehrwertsteuer.
Paketoptionen ebenfalls betroffen
Klar, viele Firmen nutzen Paketangebote. Doch sobald diese aufgebraucht sind oder in der entsprechenden Region nicht gelten, kann es also künftig extrem teuer werden.
Selbst Paketoptionen, wie unlimitierte internationale Anrufe, verteuert der Staatsbetrieb von 18,50 Franken auf 25 Franken pro Monat.
Das ist eine Tariferhöhung von rund 35 Prozent. Die Preisaufschläge betreffen selbst Verträge mit künftigem Aktivierungsdatum nach dem 1. Juli.
Versteckte Webseiten
Wie «transparent» die staatliche Swisscom dabei umgeht, zeigt nicht nur der Link im Internet-Browser, unter dem die Preiserhöhungen bekanntgegeben werden.
«kmu-hidden-pages» heisst es dort, also versteckten Seiten.

Der staatliche Anbieter spricht auch nie von Preiserhöhungen, sondern von «neuer Tarifstruktur» oder Preisanpassungen, damit bei der Kundschaft nicht sofort alle Alarmglocken schrillen.
Swisscom gibt als Begründung für die Preisaufschläge hohe Investitionen sowie steigende Kosten für Energie, Netzinfrastruktur, Hardware, Software-Lizenzen, Cybersecurity und Betrieb in den vergangenen Jahren an.
Mit dem starken Schweizerfranken müssten Auslandtarife eigentlich für Schweizer günstiger werden. Doch es gibt bei unbedeutenden Verbindungen nur leichte Preissenkungen, was Firmen regelmässig machen, damit sie nicht vollständig am Pranger stehten.
Bereits zum 1. April hatte Swisscom für Private und Firmen gigantische Preissteigerungen umgesetzt.
Quasi-Monopolstellung gewährt
Der Gedanke, ein Staatsbetrieb sei für die Menschen und Unternehmen, wird da ad absurdum geführt.
In Tat und Wahrheit bittet Swisscom die Schweiz wohl nun eher für das Milliarden-Auslandsabenteuer in Italien zur Kasse.
Wer zu einer Alternative wechseln will, merkt schnell, dass es da in der Schweiz nicht besonders rosig aussieht.
25.04.2026/kut.






Krass. Die drei grossen Swisscom, Sunrise und Salt sind schon lange nicht mehr zu empfehlen, zu teuer und kundenunfreundlich. Kleinere Reseller wie Teleboy, Spusu oder Digital Republic schneiden hingegen sehr gut ab, sowohl preislich als auch beim Kundendienst.