
Die Schoggifirma Lindt & Sprüngli schliesst ein Aktienrückkaufprogramm vorzeitig ab. Die Details zeigen aber einen überraschenden Kaufrausch.
Lindt & Sprüngli hat den im August 2024 begonnenen Rückkauf vorzeitig am 9. April 2026 abgeschlossen.
Der weltberühmte Schoggikonzern erwarb 601 Namenaktien und 39.420 Partizipationsscheine, wie das Unternehmen aus Kilchberg ZH am heutigen Freitag bekanntgab.
Neuralgisches Datum
Das Rückkaufvolumen habe 499.305.010 Franken betragen, hiess es weiter.
Aus den Transaktionsdetails über die zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX geht hervor, dass es die Schoggifirma plötzlich eilig hatte, mehr eigene Namenaktien und Partizipationsscheine zurückzukaufen.

Ein entscheidendes Datum war der 10. März 2026, an dem das Kilchberger Unternehmen zwar zum 30. Mal eine Dividendenerhöhung bekanntgab, aber die Investoren das Weite suchten, wie muula.ch berichtete.
Kaufpreise sanken deutlich
Lindt & Sprüngli kaufte daraufhin nicht mehr nur 1 Namenaktie und 10 Partizipationsscheine ohne Stimmrechte über die Börse zurück, sondern erhöhte die Rückkäufe auf 4 beziehungsweise 100 Stück.
Die Kaufpreise lagen dabei rund 15 Prozent unter jenen vor der Bekanntgabe der Jahresergebnisse 2025, wie muula.ch herausfand.
Selbst kurz vor Beendigung des laufenden Programms wurde dieses Schema von 4 und 100 Titeln noch im April 2026 beibehalten, wie die entsprechende Transaktionsliste zeigt.

Im Februar 2026 zeigt sich aus der Transaktionsliste dagegen noch ein konstantes Rückkaufverhalten von jeweils einer Namenaktie und 10 Partizipationsscheinen.
Vorzug von einem Monat
Wie am 10. März 2026 angekündigt, hat Lindt & Sprüngli AG beschlossen, ein neues Rückkaufprogramm für Namenaktien und Partizipationsscheine von bis zu 1 Milliarde Franken zu starten, das längstens drei Jahre laufen wird.
Aufgrund des vorzeitigen Abschlusses des bestehenden Rückkaufprogramms werde das neue Rückkaufprogramm bereits im Mai 2026 beginnen, hiess es weiter im Communiqué. Im März hatte der Schokoladekonzern noch von Juni 2026 gesprochen.
Auch insofern hat es das Unternehmen also recht eilig. Warum, sagte Lindt & Sprüngli nicht.
Schoggihasen als Ladenhüter
Normalerweise wirken Aktienrückkaufprogramme auf die eigenen Kurse aber steigernd.
Investieren Firmen in sich selbst, zeigen sie allerdings, dass sie das Geld nicht für ihren Wachstumskurs brauchen, sondern lieber Investoren zurückgeben.


Beim Schoggi-Imperium von Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner fällt allerdings die plötzliche Betriebsamkeit nach den Kursrückgängen auf.
Unklar ist, ob dies im Zusammenhang mit den rückläufigen Verkaufsmengen wegen der exorbitanten Preiserhöhungen von Schokolade zusammenhängt.
Bei den Konsumenten blieb nämlich vor und nach Ostern vielerorts ein Kaufrausch von Lindt-Schokohasen aus. Das hatte Investoren verschreckt.
Der Hersteller von Premiumschoggi verfiel dagegen bei seinen eigenen Börsentiteln in einen regelrechten Kaufrausch.
10.04.2026/kut.





