
Die Schweiz richtet 2027 mit der AI Summit ein Gipfeltreffen in Genf zur Künstlichen Intelligenz KI aus. Doch das Volk sieht bei dem Thema schwarz.
Die Schweiz wird zum Schauplatz für ein wegweisendes Treffen der Welt.
Es geht um nichts Geringeres als den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und dafür findet im kommenden Jahr die AI Summit in Genf statt.
Sicherheit vor Speed
Zur Vorbereitung auf das Gipfeltreffen gibt es zahlreiche Umfragen. Eine dieser Befragungen wollte repräsentativ von der Schweizer Bevölkerung wissen, wie sie überhaupt das Thema KI und die Prioritäten dazu sieht.
Erstaunlicherweise, so teilte die AI Summit Alliance in einem Bericht dieser Tage mit, ist sich die Schweiz in vielen Fragen einig.
So hegen fast alle befragten Schweizer von der Deutschschweiz über das Tessin bis hin zur Romandie die Präferenz für Sicherheit gegenüber Geschwindigkeit, die selbst dann noch Bestand habe, falls Kosten damit verbunden seien.
Andere Sicht als USA
Rund 81 Prozent waren in der Umfrage, die von der AI Summit Alliance in Auftrag gegeben und von Early Studies gemeinsam mit gfs.bern unter 1000 Schweizern durchgeführt wurde, gegen eine unkontrollierte Entwicklung von KI.
Das ist aber quasi genau das Gegenteil, wohin die Amerikaner bei dem Thema gehen und sich kategorisch gegen Regulierung aussprechen.

Die Schweizer wünschen sich zudem zu 94 Prozent, dass ihr Land eine Führungsrolle diesbezüglich einnimmt, und es internationale Regeln für Künstliche Intelligenz gebe.
Die Bevölkerung sieht die Schweiz gemäss der Umfrage jedoch derzeit nicht als einflussreich genug an und hat auch wenig Vertrauen, dass dies künftig der Fall sein wird.
Schwach gegen Grossmächte
Nur 3 Prozent der Befragten gaben an, dass die Schweiz bei der internationalen KI-Gouvernanz bereits ein echtes Mitspracherecht habe, und nur 13 Prozent hielten dies künftig für wahrscheinlich.
Die Schweizer schätzen ihr Land also schon realistisch ein – zwischen China und den USA kann die kleine Schweiz eben nicht viel ausrichten.

Rund 26 Prozent hielten eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Grossmächten, wie den Vereinigten Staaten und China, bei KI für entscheidend.
Schuss in den Ofen vermeiden
Für die AI Summit in Genf wäre es aber bereits ein Erfolg, verbindliche Sicherheitsverpflichtungen der Teilnehmer zu erreichen, hiess es weiter im Bericht zur Umfrage.
Rund 73 Prozent der Schweizer waren der Meinung, dass ein Gipfel, der ohne konkrete Vereinbarungen ende, der internationalen Reputation der Schweiz schade.
Nicht entmutigen lassen
Der Auftrag für das Land ist somit klar. Die Schweiz muss sich zu einem Zentrum für Wissen und Regeln zu KI machen.
Ob dies letztlich gelingt, dafür sehen selbst die Schweizer schwarz. Doch es ist wohl einen Versuch für eine bessere Welt wert.
08.10.2026/ena.




