Milliardengrab Fastweb zieht Swisscom wieder bergab

Swisscom-Logo in Luzern
Die Swisscom leidet wieder unter Fastweb. (Bild: muula.ch)

Das einstige Sorgenkind der Swisscom ist wieder präsent. Es kostet aber diesmal nur Millionen und nicht gleich Milliarden.

Diesmal ist der Swisscom die Präsentation der Quartalsergebnisse formal geglückt.

Dem Staatsunternehmen, das von einer Pannenserie zur nächsten wandelt, sind nicht wie im ersten Quartal dieses Jahres einige Informationen vorab herausgerutscht.

Gewinn legt zu

Während die Schweiz darauf wartet, was das Malheur mit der Vorabinformation, über die auch muula.ch berichtete, für Sanktionen der Schweizer Börse SIX zur Folge hat, meldete das staatliche Telekomunternehmen einen stabilen Umsatz bei rund 8,2 Milliarden Franken für das laufende Jahr.

Im Schweizer Kerngeschäft reduzierte sich der Umsatz in den ersten drei Quartalen aber um rund 1 Prozent auf 6 Milliarden Franken.

Der Reingewinn stieg in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres immerhin um 8 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Franken.

Eurokurs belastet

Sorgenkind der Swisscom war einst mit einem Milliardenabschreiber die italienische Beteiligung Fastweb.

Im laufenden Jahr ist das Sorgenkind wieder ins Rampenlicht gerückt, denn die italienische Tochtergesellschaft erwirtschaftet ihre Einnahmen in Euro und das kommt derzeit mit der Frankenstärke – trotz einer Umsatzsteigerung vor Ort – nicht gut an.

Die ausgewiesene Umsatz- und Gewinnentwicklung wird laut Swisscom nämlich aufgrund des wesentlichen Anteils der italienischen Tochtergesellschaft Fastweb durch die Kursentwicklung des Euro beeinflusst.

Der Euro-Durchschnittskurs liege in den ersten neun Monaten 2023 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent tiefer, hiess es diesbezüglich im Quartalsbericht.

Schlechte Investition

Dieser Rückgang führe zu negativen Effekten beim Konzernumsatz von 54 Millionen Franken und beim operativen Ergebnis auf Stufe Ebitda von 18 Millionen Franken.

Allerdings reduzierte sich auch die wichtige Kennzahl bei Fastweb nach den Breitbandanschlüssen. Sie sank um 3,1 Prozent auf 2,6 Millionen.

So mancher Beobachter munkelt, Swisscom hätte nie in Italien zukaufen dürfen.

Pensionen stützen

Der grösste Effekt auf das Konzernergebnis resultierte aber aus der Überleitung beim Vorsorgeaufwand.

Weil der für die IFRS-Bewertung relevante Zinssatz gestiegen ist, sinkt der IFRS-Vorsorgeaufwand für das Gesamtjahr 2023 verglichen mit dem Vorjahr um rund 90 Millionen Franken.

Wie praktisch für den Staatskonzern – aber somit weiss die Welt nun auch, weshalb der Gewinn überhaupt zugelegt hat.

Börsenkurs bricht ein

Vor allem aufgrund des starken Schweizer Frankens und tieferer Hardware-Verkäufe in der Schweiz passt Swisscom allerdings die erwartete Umsatzprognose für 2023 an.

Das Management um CEO Christoph Aeschlimann erwartet neu einen Nettoumsatz von 11,0 Milliarden Franken, was einer Rücknahme von 100 bis 200 Millionen Franken entspricht.

All dies scheuchte die Börsianer auf. Die Swisscom-Titel standen exakt 25 Jahre nach dem Börsengang auf der Verkaufsliste.

Der Aktienkurs sank im Laufe des Handelstages kontinuierlich und schloss am Donnerstagabend bei einem Minus von 6,4 Prozent auf 515 Franken, also 35 Franken je Aktie weniger.

02.11.2023/kut.

Milliardengrab Fastweb zieht Swisscom wieder bergab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert