Konsumenten rächen sich an den Firmen

ein trauriges Gesicht
Den Konsumenten ist das Lachen vergangen. (Bild: G. Altmann / pixabay)

Die Stimmung unter den Verbrauchern hat sich binnen weniger Wochen vollkommen gedreht. Die Hauptschuld liegt in zwei Bereichen.

Die Konsumenten in der Schweiz lassen sich nicht mehr alles von den Unternehmen gefallen.

Im August dieses Jahres hiess es noch, die Verbraucher erwarteten eine positivere Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten als sie im April 2023 angegeben hatten.

Doch nunmehr hat sich das Bild vollkommen gedreht.

Hohe Preise zehren

Der Index der Konsumentenstimmung sackte von −27 Punkten nochmals deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von −6 Punkten auf mittlerweile −40 Punkten ab, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am heutigen Donnerstag mit.

In der Oktober-Umfrage schätzten die befragten Konsumenten sowohl ihre persönliche finanzielle Lage als auch die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten negativer ein als im Juli 2023, hiess es zu den zwei Haupteinflussfaktoren.

Die hohen Preise lasteten weiterhin auf den Haushaltsbudgets, hatte das Seco zuvor als Gründe für das Stimmungstief angegeben.

Rückblickende Einschätzung

In drei von vier Indikatoren wurden die Schweizer deutlich pessimistischer. So schätzen sie die Wirtschaftsentwicklung und die vergangene sowie die künftige finanzielle Lage schlechter ein als noch in der Juli-Umfrage.

Lediglich bei grösseren Anschaffungen zeigten die Verbraucher etwas mehr Gnade. Der entsprechende Wert erhöhte sich von −38 auf −34 Punkte.

Die Konsumentenstimmung der Schweiz
Die Stimmung unter den Konsumenten trübt sich wieder ein. (Quelle: Seco)

Es zeigt sich, dass die Konsumenten wegen exorbitanter Preiserhöhungen vieler Firmen ihre Finanzlage rückwirkend kritischer betrachten und damit den Unternehmen quasi mittlerweile die Rote Karte zeigen.

Die vergangene finanzielle Situation wird so schlecht wie praktisch noch nie in den vergangenen Jahren eingeschätzt.

«Gierflation» wirkt

Die Preisexplosionen, wie sie Konsumenten bei Coop, Migros & Co., aber auch an der Zapfsäule für Benzin, oder bei den Energiepreisen beobachten konnten, sprechen dabei für sich.

Zahlreiche Preiserhöhungen waren dabei nicht einmal von den tatsächlichen Kostensteigerungen bei den Produzenten gerechtfertigt gewesen, wie muula.ch über das Phänomen der «Gierflation» berichtete.

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stieg aber im Oktober im Vergleich zum Vormonat laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Statistik BFS vom heutigen Donnerstag um 0,1 Prozent weiter.

Und die grössten Löcher in den Budgets der Haushalte, etwa durch die steigenden Krankenkassenprämien oder den steigenden Mieten, kommen auf die Schweizer Verbraucher aber erst noch zu.

02.11.2023/kut.

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