Holcim lockt Anleger mit Zückerchen

Das Logo des Baustoffkonzerns Holcim an einem Gebäude
Der Holcim-Konzern will Aktionäre und das Management glücklicher machen. (Bild: PD)

Der Holcim-Konzern hat sich eine Aufspaltung verordnet, die manche kritisch sehen. Nun verwöhnt der Baustoffhersteller aber die Investoren.

Der Baustoffkonzern Holcim hat Details zu einem neuen Aktienrückkaufprogramm bekanntgegeben.

Das Unternehmen, bei dem 2023 die Nettoverschuldung quasi wieder explodiert ist, wie muula.ch berichtete, will die Börse damit freundlich stimmen.

Zweite Handelslinie bei SIX

Es sollen eigene Titel im Wert von 1 Milliarde Franken zurückgekauft werden, teilte Holcim am heutigen Freitag mit. Das Programm, das aus internen Mitteln gestemmt werde, laufe bis zum Jahresende 2024, hiess es weiter.

Über die Vernichtung der Papiere solle die Generalversammlung 2025 entscheiden, führte der Zementhersteller zudem aus.

Der Rückkauf erfolgt gemäss den Informationen über eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX vom 18. März bis 30. Dezember.

Arbitrage möglich

Holcim behalte sich aber das Recht vor, das Rückkaufprogramm vorzeitig zu beenden, hiess es weiter. Mit einer zweiten Handelslinie können Aktionäre aber Arbitragegewinne machen, wie muula.ch unlängst berichtete.

Etwas ungewöhnlich ist, dass die Zuger Firma das Aktienrückkaufprogramm nicht über die Jahresgrenze hinaus ankündigt. Das machen viele Unternehmen, um mehr Flexibilität zu haben.

Blackrock und Ebner

Im offiziellen Inserat ist erwähnt, dass Holcim bereits rund 16 Millionen eigene Aktien beziehungsweise 2,8 Prozent halte.

Grösste Aktionäre sind Thomas Schmidheiny mit 6,41 Prozent, der US-Vermögensverwalter Blackrock mit 5,2 Prozent, Dodge & Cox mit 3,2 Prozent, Martin und Rosmarie Ebner mit 3,1 Prozent und das UBS Fund Management mit 3,1 Prozent.

Goodwill in den Bilanzen

Holcim hatte unlängst die Aufspaltung des Nordamerikageschäfts über einen Börsengang bekanntgegeben. Das von CEO und Verwaltungsratspräsident Jan Jenisch geführte Unternehmen sieht darin mehr Möglichkeiten, den Konzern mit den unterschiedlichen Marktgegebenheiten besser führen zu können.

Durch Akquisitionen ist bei Holcim aber sehr viel Goodwill in den Bilanzen, besonders wegen Zukäufen in den USA.

Beste Option?

Aktienrückkäufe signalisieren, dass der Kauf eigener Titel die beste Verwendungsmöglichkeit von Geld ist und Unternehmen keine bessere Investition in Wachstum sehen.

Die Börse reagiert positiv auf solche Ankündigungen, weil sich der Gewinn einer Firma auf weniger Eigentümer verteilt.

Der Rückkauf eigener Aktien gibt aber auch oftmals Aktienoptionen einen Schub und erhöht damit die Vergütung des Firmenmanagements.

15.03.2024/kut.

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