Der Arbeitsmarkt boomt wie seit Langem nicht mehr

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In der Schweiz fehlen viele Arbeitskräfte. (Bild: Ümit Yildirim / unsplash)

Die Schweiz sucht händeringend nach Arbeitskräften. In den Statistiken zeigen sich sogar Effekte, die man nie für möglich gehalten hat.

Die Arbeitslosenquote der Schweiz ist im September gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf 1,9 Prozent gesunken. In den Arbeitslosenzentren, genannt RAV, seien lediglich knapp 90.000 Personen eingeschrieben gewesen, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco am Freitag in einem Communiuqé mit.

Gegenüber dem Vormonat waren demnach zirka 2000 Arbeitslose weniger registriert. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank die Arbeitslosigkeit sogar um rund 25 Prozent, was einem Rückgang um zirka 30.000 Personen entspricht.

Falsche Profile

Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich im September um 1580 auf 69.842 Stellen. Von den diesen Stellen unterlagen 55.840 Stellen der Meldepflicht. Es wäre also durchaus möglich, die Arbeitslosigkeit noch weiter zu reduzieren.

Die Frage ist hierbei, ob die gesuchten Profile dem Bedarf der Firmen entsprechen. Oftmals ist dies nicht der Fall, weshalb immer ein gewisses Niveau an Arbeitslosigkeit in einem Land herrscht.

Historische Ausmasse

Die Arbeitslosigkeit war allerdings seit Jahrzehnten nicht mehr so tief in der Schweiz. Selbst beim Blick auf die betroffenen Nationalitäten geschieht Erstaunliches. Von den 90.000 Personen sind, grob betrachtet, rund die Hälfte Schweizer und die Hälfte Ausländer.

Unter den Schweizern ging im September die Arbeitslosenquote auf tiefe 1,4 Prozent zurück. Normalerweise pendelt der Wert um die 2 Prozent.

Und bei den Ausländern, wo die Quote meist so um die 5 Prozent liegt, ging es im Laufe des Jahres systematisch auf nunmehr bloss noch 3,3 Prozent nach unten.

Ukraine als Problemfall

Unter den EU-Staaten lagen Bulgarien und Polen auf den «Spitzenplätzen» bei den Betroffenen. Die Werte der Arbeitslosenquote lagen bei 5,7 beziehungsweise 4,0 Prozent.

Bei den Nicht-EU-Ländern stiessen die Türkei mit 5,1 Prozent sowie der Kosovo mit 4,8 Prozent oben aus. Dabei darf zudem nicht vergessen werden, dass die Gruppe der Ukrainer laut den Seco-Zahlen immer noch mit fast 30 Prozent von Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Eliminiere man die Flüchtlingskrise, wären die ganzen Zahlen für die Schweiz noch besser. Die Unternehmen finden einfach kein Personal.

07.10.2022/kut.

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