
Die Schweizer Konjunktur läuft derzeit nicht schlecht. Doch nun schwächelt neben ein paar unbedeutenden Branchen ausgerechnet der Konsum.
Die Schweizer Konsumenten sind auf einige Medien hereingefallen.
Unverantwortliche Irreführung
«Economiesuisse rechnet mit gedämpftem Wirtschaftswachstum», titelten unlängst «Finanz und Wirtschaft», «Watson», «Cash», der staatliche Swisscom-Sender «Blue News», «Swissinfo», der Wirtschaftsdienst AWP & Co.
Doch das Problem an den Meldungen war, dass der Dachverband der Schweizer Wirtschaft seine Prognose für das Bruttoinlandprodukt BIP unverändert belassen hatte.
Die Falschmeldungen belasten dann allerdings die Volkswirtschaft enorm, weil Menschen, die sie hören, den Gürtel enger schnallen und der Konsum tatsächlich zurückgehen kann.
Verband akzeptiert Fakenews
Es ist schon schlimm genug, dass zahlreiche Schweizer Medien solchen Blödsinn verbreiten.
Viel schlimmer ist aber wohl noch, dass Economiesuisse trotz Hinweisen nichts unternommen hat, um die Fehler in den Meldungen zu korrigieren und das Bild einer konstanten Konjunkturentwicklung zu zeichnen.
Robuste Aussichten
Die Schweizer Wirtschaft läuft nämlich trotz regelmässiger Schauermärchen in der Presse nicht schlecht.
So sank das Konjunkturbarometer des KOF-Instituts der ETH Zürich nur um 1,5 Punkte auf 107,6 Zähler, wie die Wissenschafter am heutigen Freitag mitteilten.

Nach den Anstiegen der vorangegangenen Monate stehe das Barometer in diesem Monat trotz Rückgangs weiterhin über dem mittelfristigen Durchschnitt, hiess es weiter.
Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft blieben robust, gaben sich die Wirtschaftsexperten überzeugt. Ein kleiner Knick macht da also nicht viel.
Verarbeitendes Gewerbe zieht
Nachfrageseitig müssten sowohl die Indikatoren der Auslands- als auch der Konsumnachfrage leicht zurückstecken, erklärten die Experten.
Das heisst, Verbraucher im In- und Ausland sind Horrormeldungen auf den Leim gegangen, denn für Trübsal gibt es eigentlich kaum einen Grund.
Innerhalb der Indikatoren, welche die Entstehung der Volkswirtschaft beschreiben, stünden zwar die Indikatoren von Services sowie der Finanz- und Versicherungsdienstleister unter Druck.
Abgefedert würden diese Entwicklungen allerdings von positiven Perspektiven der Indikatoren des Verarbeitenden Gewerbes.
Rückwärtige Papier- und Druckindustrie
In diesem Bereich könnten insbesondere der sonst so schwierige Metallbereich sowie die Nahrungs- und Genussmittelproduzenten zulegen.
Zurückstecken mussten laut dem KOF-Institut dagegen die Indikatoren der Papier- und Druckerzeugnisse.
Aber so etwas hat in der grossen Schweizer Volkswirtschaft kaum einen spürbaren Einfluss, ausser wiederum auf Medien, die noch stark an ihren Printprodukten festhalten, obwohl sie immer weniger Menschen lesen.
Spirale nach unten
Merken die Konsumenten, dass sie mit vielen Falschnachrichten in die Irre geführt werden, dürften sie sich weiter von Traditionsmedien abwenden.
Die müssen dann aber noch mehr als bisher sparen und auf noch unqualifiziertes Personal setzen.
So setzt sich der Teufelskreis immer weiter fort, bis jemand merkt, dass eine Volkswirtschaft, wie jene der Schweiz, korrekte Wirtschaftsnachrichten braucht.
30.10.2026/kut.




