
Die Zahl der Sozialhilfebezieher steigt und stark betroffen sind Sozialparadiese wie die Westschweiz und Basel. Doch Lösungen liegen auf der Hand.
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz 267.300 Personen von der wirtschaftlichen Sozialhilfe unterstützt.
Das waren laut den neuesten Daten des Bundesamtes für Statistik BFS vom Dienstag rund 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor.
Ausländer stärker betroffen
Die Sozialhilfequote, also der Anteil der Bezieher von Sozialhilfe an der Bevölkerung, habe damit aber auf dem Vorjahresniveau von 2,9 Prozent gelegen, hiess es weiter.
Damit zeigt sich, dass der Bevölkerungszuwachs die soziale Entwicklung auffängt.
Die Sozialhilfequote betrug 5,4 Prozent für Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und 1,9 Prozent für Schweizer. Damit lag der Wert bei Ausländern fast dreimal so hoch wie bei Einheimischen.
Im Jahr 2025 erhielten aber rund 32.600 Flüchtlinge und 68.000 Personen mit Schutzstatus S die Sozialhilfe.
Die Sozialhilfequoten betrugen dabei 83,6 Prozent beziehungsweise 81,1 Prozent, was das Problem bei Ausländern etwas relativiert.
Heiraten lohnt sich
Die Verteilung des Sozialhilferisikos sei 2025 ungefähr gleichgeblieben, hiess es weiter vom BFS.
Kinder und Jugendliche wiesen mit 4,8 Prozent wie schon in den vergangenen Jahren die höchste Sozialhilfequote von allen Altersgruppen auf. Mit zunehmendem Alter nehme die Quote aber kontinuierlich ab, erklärten die Statistiker.

Auch nach Zivilstand bestehen deutliche Unterschiede: Geschiedene Personen wiesen mit 4,2 Prozent die höchste Sozialhilfequote auf, gefolgt von ledigen Personen mit 3,7 Prozent.
Für verheiratete Personen betrug die Quote dagegen nur 1,4 Prozent, für verwitwete Personen 0,8 Prozent.
Heiraten lohnt sich diesbezüglich also.
Verdopplung in Genf und Jura
Höhere Bevölkerungsanteile mit Sozialhilfe wiesen mehrere Kantone der Westschweiz sowie Basel-Stadt auf.
Tiefere Quoten fanden sich laut dem BFS in ländlich geprägten Kantonen der Zentral- und Ostschweiz sowie in den Kantonen Freiburg, Graubünden und Wallis.
Die kantonalen Unterschiede stünden im Zusammenhang mit der regionalen Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur sowie mit den besonderen Belastungen städtischer Zentren.

Doch die Langfristentwicklung von zwei Jahrzehnten zeigt, dass Genf zum sozialen Brennpunkt wurde und die Quoten für Sozialhilfebezüger etwa in Zürich oder Basel-Stadt deutlich gesunken sind.
Selbst im Kanton Jura verdoppelte sich das Sozialhilfeproblem.
Hohle Hand vermeiden
Was kann ein Land gegen den sozialen Abstieg breiter Bevölkerungsgruppen abseits von Einzelschicksalen tun?
Nun, das hat muula.ch bereits öfter berichtet.
Bildung der Menschen spielt dabei eine grosse Rolle.

Unter Sozialhilfeempfängern hatten über 50 Prozent keine berufliche Ausbildung. In der Schweizer Bevölkerung liegt der Wert dagegen nur bei etwas über 10 Prozent.
Abgänger von Tertiärstufen im obersten Bildungssystem sind bei der Sozialhilfe ebenfalls stark unterrepräsentiert.
Die Anstrengungen der Schweiz müssen also in Bildung und Ausbildung liegen und nicht im Füllen von hohlen Händen.
27.10.2026/kut.




