
Die Migros verkaufte Geschäftsbereiche und will sich nun selbst noch weiter optimieren. Die Verantwortlichen suchen dann aber rasch das Weite.
Der Detailhandelsriese Migros kommt nach dem Verkauf von Hotelplan, Obi, Melectronics & Co. nicht zur Ruhe.
Die Verwaltungen der zehn regionalen Genossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bundes hätten einstimmig entschieden, eine Gruppengenossenschaft zu gründen.
Urabstimmung geplant
Dies teilte der «Orange Riese» am heutigen Montag mit und bestätigte damit Meldungen der «SonntagsZeitung».
Ziel sei eine Migros, die schneller entscheiden, gezielter investieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern könne, hiess es weiter.
In den kommenden Monaten würden die Details ausgearbeitet und alle Gremien gemäss Statuten einbezogen.
Die 2,3 Millionen Genossenschafter würden Mitte 2027 in einer Urabstimmung endgültig entscheiden können, so das Prozedere.
Filialmitarbeiter nicht tangiert
Für die genossenschaftliche Mitwirkung seien künftig sechs Regionalräte mit rund 300 Mitgliedern vorgesehen, wobei je einer die französisch- und die italienischsprachige Schweiz vertrete.
Aus den Regionalräten solle die Delegiertenversammlung gewählt werden, erklärte die Migros weiter.

Für die rund 80.000 Mitarbeiter in den Filialen ändere sich durch den geplanten Zusammenschluss nichts.
Veränderungen beträfen vor allem Führungs- und Verwaltungsstrukturen, weil ähnliche Aufgaben künftig gebündelt würden, hiess es zu den Personalmassnahmen.
Doch Synergien stehen klar im Vordergrund des weiteren Grossumbaus. Die Rede ist von hunderten Millionen Franken an Einsparungen.
Supermärkte einheitlich geführt
Die Gruppengenossenschaft bilde künftig das Dach über die gesamte Migros-Gruppe mit ihren sieben Geschäftseinheiten: Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, Migros Bank und Medbase.
Diese operierten eigenständig.

Das Supermarktgeschäft werde künftig aber aus einer Hand geführt, allerdings weiterhin mit starker Präsenz in allen Regionen der Schweiz, so die Vorstellungen von Migros-Chef Mario Irminger und dem CEO der Migros Supermarkt Peter Diethelm zu der Radikalkur.
Verantwortung weiterreichen
Doch beide machen sich nach der Zusammenlegung, die von der Zustimmung der einzelnen Genossenschaften abhängt, aus dem Staub.
Sie würden beide dannzumal 62 Jahre alt und wollen, dass ihre Nachfolger den Aufbau von Anfang an über eine mehrjährige Phase hinweg führen können, hiess es zu dem ungewöhnlichen Schritt.
Die Suppe anrichten, aber nicht auslöffeln, lautet dabei eine Kritik zu dem Konkurrenten von Coop.
Doch die Notwendigkeit der Straffung der komplexen Migros-Gruppe wird vielerorts begrüsst.
26.10.2026/kut.




